Redaktion

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(Interview) (Christian Diepold) Als erste Torfrau überhaupt in neun Eishockeyspielen bei den Olympischen Spielen gewonnen, das klingt sehr nach einer Kanadierin oder Amerikanerin zwischen den roten Pfosten. Aber die Rede ist von einer Schweizerin: Florence Schelling (28), der wohl derzeit weltbesten Keeperin. Ihre Eishockey-Vita liest sich wie eine Abfolge von beeindruckenden Leistungen und Schlag auf Schlag erfolgenden Rekorden.

 


Bereits im Alter von gerade einmal 13 Jahren bestritt sie ihr erstes Länderspiel für die Eidgenossinnen, ihrer Meinung nach heutzutage undenkbar, angesichts der Entwicklung im Fraueneishockey seither.

 

Zunächst spielte sie gemeinsam mit den Jungen der ZSC Lions, und dies bis hin zur U20. Bald kamen parallele Einsätze in den Frauenmannschaften des EHC Illnau-Effretikon und im Anschluss der ZSC Lions Frauen hinzu. In diese Zeit fallen auch ihre ersten olympischen Spiele 2006 in Turin mit 16 Jahren. Ein Jahr später schrieb sie ein weiteres Kapitel Schweizer Eishockeygeschichte: Als erste Frau erhielt sie in einem Spiel der Nationalliga B (NLB) Eiszeit beim Männerteam der GCK Lions. „Ich habe nur gehofft, dass das Spiel so schnell wie möglich zu Ende ist“, wurde sie zitiert. Aber sie sagte auch: „Bei den Frauen ist es viel schwerer abzuschätzen, wo und wie stark ein Schuss kommt. (...) Wenn ich ehrlich bin, mag ich die scharfen Schüsse der Männer lieber.“ Trotzdem blieb sie überwiegend dem Fraueneishockey treu.

 

2008 erfolgte dann der Wechsel über den Teich in die NCAA (National Collegiate Athletic Association), die bedeutendste Eishockeymeisterschaft, die ausschließlich aus US-Teams besteht. Bis 2013 stand sie für die Northeastern University zwischen den Pfosten. Selbstredend setzte sie weiterhin ihren Einsatz für die schweizerische Nati fort, und dies alles andere als erfolglos:

 

Sie wurde Mitglied im All-Star-Team bei der WM 2012, dies hat bis heute bei den Männern noch kein Schweizer geschafft. Dank ihrer Leistungen errang die Schweiz Bronze. Ein weiterer herausragender Höhepunkt bei Olympia 2014 in Sotchi: Florence wurde diesmal nicht nur ins All-Star-Team aufgenommen, sondern gleich zum MVP gekürt. Und wieder wurde dies mit einer Bronzemedaille veredelt. Und Im darauffolgenden Jahr erreichte sie bei der WM die beste Fangquote. Nach Ihrer Zeit in den USA kehrte sie in die Schweiz zurück und hütete von 2013-2015 bei den Männern des Drittligisten EHC Bülach das Tor.

 

Doch erneut zog es sie ins Ausland: Sie wechselte zum schwedischen HC Linköping, bei dem ihr Vertrag diese Saison ausläuft. Bislang läuft es auch bei ihren vierten Olympischen Spielen – abgesehen vom letzten Spiel - sehr gut. Nach drei Spielen erreichte sie eine Fangquote von sehr beeindruckenden 97,5%, und auch die aktuell 93% nach der 2:6-Packung im Viertelfinale gegen Russland sind noch ein sehr guter Wert.

 

Auch wenn damit die Schweizer Medaillenträume begraben wurden und es gegen Korea um die Plätze 5-8 geht, werden die Schweizer Eishockeyfans nach bislang elf Weltmeisterschaften und vier olympischen Spielen sicher noch lange Freude an ihrer außergewöhnlichen 28-jährigen Torfrau haben.

 

eishockey-online.com hat sich nach den Olympischen Spielen mit Florence Schelling unterhalten.


Florence, wieder zurück aus Sükorea, wie waren diese Olympischen Spiele für Dich?

Florence Schelling: Es waren bereits die vierten Olympischen Spiele, an denen ich teilnehmen durfte. Das Leben im Athletendorf rund um die anderen Sportler aus verschiedenen Ländern und Disziplinen ist einzigartig. Aus sportlicher Sicht dürfen wir, denke ich, zufrieden sein, auch wenn wohl noch mehr drin gelegen wäre.

 

Das waren ja bereits Deine 4. Olympischen Spiele und das im zarten Alter von 28 Jahren, da geht ja noch mehr, oder?

Florence Schelling: Ich liebe den Eishockeysport und mehr geht immer. Jedoch ist es ein extrem Zeitaufwändiges Hobby. Deshalb muss ich immer von Jahr zu Jahr schauen wie es weitergeht und wie ich mein Hobby mit meinem Beruf verbinden kann.

 

Man zählt Dich seit Jahren zu den Besten Torhüterinnen der Welt, wie bewertest Du das aus Deiner Sicht? Bedeutet dies mehr Druck für Dich?

Florence Schelling: Es macht mich stolz, zum Kreis der weltbesten Torhüterinnen zu gehören. Ich verspüre diesbezüglich zwar einen gewissen Druck. Dieser ist jedoch positiver Art und spornt mich an, mich stetig zu verbessern und Höchstleistungen zu erbringen.

 

Ihr seid dieses Jahr im Viertelfinale ausgeschieden. In Sochi hast Du die Bronzemedaille gewonnen und warst der MVP und die Beste Torhüterin. Wie enttäuscht bist Du über das Ausscheiden?

Florence Schelling: Natürlich ist es in der Retrospektive schade, dass wir trotz fünf Siegen in sechs Spielen „nur“ Platz 5 erreichten und genau das entscheidende Spiel gegen die Russinnen verloren. Aber unser Teamspirit war grossartig und ich schaue positiv in die Zukunft.

 

Du hast ein Spiel in der 1. Liga und zwei Jahre lang in der 2. Liga der Herren in der Schweiz gespielt und dabei 23 Spiele gemacht. Wie war dies für Dich?

Florence Schelling: Korrektur. Ich habe 1 Spiel in der Nationalliga B (NLB) gespielt und zwei Jahre lang in der 1. Liga. Es klingt von aussen her vielleicht speziell, aber ich bin in dieser „Männerwelt“ unterwegs seit ich denken kann. Als ich erstmals von anderen Mädchen hörte, die ebenfalls Eishockey spielen, war ich fast überrascht. Ich fühlte mich bei den Herren jedoch jederzeit akzeptiert und gut aufgehoben.

 

Du bist nach dem Ausflug zu den Herren nach Schweden gewechselt, wie sind die Bedingungen in Schweden? Hast Du dort einen Profistatus?

Florence Schelling: Die Bedingungen hier in Schweden sind super. Obwohl ich auch hier keinen Profistatus habe, trainieren wir jeden Tag auf dem Eis sowie im Kraftraum. Zusätzlich zu den Trainings, haben wir 2-3 Spiele pro Woche.

 


Wie sieht Deine Zukunftsplanung aus? Du bist ja eine Frau, da stellt sich ja die Frage nach Familie/Kinder?

Florence Schelling: Allzu groß in die Zukunft kann und will ich zu diesem Zeitpunkt nicht schauen. Wir stehen mit Linköping kurz vor dem Playoff-beginn. Für die Playoffs braucht es vollen Fokus.

 

5 Fragen an Florence Schelling:

Hobbys? Eishockey
Lieblingsessen? Raclette
Männer oder Frauenhockey? Frauenhockey
Heimat? Berge
Highheels oder Turnschuhe? Beides.

 

(Interview) M.F: 21 Jahre alt, 1.73m groß und 56kg. Das sind die Zahlen von Eishockeyspielerin Julia Mazurek. Die gebürtige Münchnerin durchlief in Bayern den Nachwuchs des TSV Erding sowie des TEV Miesbach's, ehe es die sympathische Stürmerin nach Österreich zog.

 

Über die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz fasste die Linksschützin in der Bundeshauptstadt Österreichs Fuß, um für die EHV Sabres Wien auf Torejagd zu gehen. Vergangene Saison feierte die Deutsche in Österreich den Titel. Für die Sabres bedeutete dies die 9. Meisterschaft in der EWHL. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hat sich mit Julia Mazurek für ein Interview getroffen.

 

Hallo Julia, schön dass du dir Zeit für uns nimmst. Wie geht's dir als frischgebackene Meisterin?
 
Julia Mazurek: Dieses Jahr hatten wir wirklich ein starkes Team. Wir haben hart für den Meistertitel trainiert, dazu kommt dass wir einen sehr starken Zusammenhalt in der Mannschaft hatten.

 

Ihr habt euch gegen die DEC Eagles aus Salzburg den 9.Titel in Serie geholt. Was war ausschlaggebend für die Meisterschaft?

Julia Mazurek: Wir haben unsere Torchancen immer gut umgesetzt und dadurch mehr Tore erzielt.  Zudem hatten wir ein starkes Powerplay!

 

In welchen Dingen wart ihr am Ende besser als die Mädls aus der Mozartstadt?


Julia Mazurek: In unserem Kader haben wir sehr erfahrene Spielerinnen mit einem guten Spielverständnis.

 

Als Münchnerin und somit Deutsche spielst du in Österreich. Könntest du dir auch ein Engagement in Deutschland vorstellen?


Julia Mazurek: Ich werde noch eine weitere Saison in Wien spielen. Da ich den ganzen Nachwuchs in Bayern durchlaufen bin, kann ich mir auch vorstellen wieder in Bayern zu spielen.

 

Mit den Vienna Capitals habt ihr einen EBEL Champion vor der Nase. Schaut man sich von den Jungs was ab?


Julia Mazurek: Wir schauen uns hin und wieder ein Match von den Capitals an. Sicher kann man immer was dazulernen aber so richtig abschauen tun wir uns nichts.

 

Julia, du bist jetzt 21 Jahre alt. Wie sieht deine Zukunftsplanung aus?


Julia Mazurek: Jetzt geht es erst einmal in die Sommerpause die ich in meiner Heimat verbringen werde. Dort werde ich mich auf die kommende Spielzeit in Wien vorbereiten. Ich werde auf jeden Fall noch ein paar Jahre weiterhin Eishockey spielen.

 

Machen die EHV Sabres in der kommenden Saison die "10" voll? Wenn ja, warum?


Julia Mazurek: Ja! Wir machen die "10" voll! Wir haben schon Neun Titel geschafft, sicher ist es unser Ziel den "Zehner" zu erklimmen.

 

(Interview) (Christian Diepold) Jenny Harß zählt seit Jahren zu den besten Torhüterinnen in Deutschland und spielte bislang bei den Männern in der Oberliga (Sonthofen) und aktuell beim EHC Königsbrunn in der Bayernliga. Die 31-jährige Allgäuerin kann auch auf 8 Weltmeisterschaften und auf zwei Olympische Spielen (2006, 2014) im DEB Trikot zurückblicken.  

 

Jenny Harß wurde in Füssen geboren und durchlief die Jugendabteilung ihres Heimatverein bis Sie im Jahr 2009 nach Amerika an die Minnesota Duluth University wechselte. Dort wurde Sie schnell zu eine der besten Torhüterinnen in der NCAA und konnte auch im Jahr 2010 die Meisterschaft feiern. Nachdem Sie das Studium 2012 abgeschlossen hatte kam Jenny zurück nach Deutschland und spielte 15 Mal für Königsbrunn in der Bayernliga.

Die Sportsoldatin (Bund Fördergruppe Eishockey) wechselte dann für 5 Jahre nach Sonthofen, wo sie in der Oberliga und in der Bayernliga aktiv war. Zu Saisonbeginn 2018/2019 ist Sie erneut beim EHC Königsbrunn (Bayernliga) unter Vertrag, kam bislang verletzungsbedingt aber nur auf 9 Einsätze.

Für die deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen nahm Jenny bislang an 8 Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spiele (2006, 2014) teil und war beim "Cinderlla Märchen" bei der WM 2017 in Amerika mit ihren herausragenden Leistungen maßgeblich am Erreichen des 4. Platzes beteiligt.

 

eishockey-online.com hat sich mit Jenny Harß zum Interview getroffen:


Jenny, Du hattest letztes Jahr im Februar einen Kreuzbandriss erlitten und musstest bis zum Dezember pausieren. Mittlerweile  hast Du einige Spiele bestritten, wie fühlst Du Dich?

Jenny Harß: Ich fühle mich ganz gut und bin mit dem aktuellen Zustand des Knie ganz zufrieden, natürlich zwickt es hier und da manchmal, aber es wird von Tag zu Tag besser und vor allem bin ich wieder 100% einsatzfähig und das ist am Wichtigsten.

 

Wie seid ihr mit der Saison in Königsbrunn zufrieden? Wie ist es aus Deiner persönlichen Sicht?

Jenny Harß: Unser Hauptziel war in der Hauptrunde unter die ersten acht zu kommen und damit an der Verzahnungsrunde teilzunehmen, das haben wir geschafft und sind sehr zufrieden. In der Verzahnungsrunde ist es für uns schwierig, auch deswegen weil wir einige Ausfälle hatten und die Gegner sehr stark sind.

Es war natürlich mit der langen Verletzungspause ein schwieriges Jahr für mich, aber ich bin hier in Königsbrunn sehr gut aufgenommen worden und spiele sehr gerne hier. Ich hätte nichts dagegen gehabt wenn es ein paar Sieg mehr geworden wären :-).


Für die Frauennationalmannschaft nimmst Du im April 2019 in Finnland an Deiner 9. Weltmeisterschaft teil, was erwartet Euch bei der WM?

Jenny Harß: Ich hoffe natürlich, dass ich in Finnland dabei bin. Die Teams im internationalen Fraueneishockey sind in den letzten Jahren etwas enger zusammengerückt, daher erwarten uns schwere und anspruchsvolle Spiele in der Vorrunde. Auf jeden Fall werden wir unser Bestes geben.


Du warst ein Garant beim „Cinderella Märchen“ bei der WM 2017 in Amerika, wo ihr im Spiel um Bronze gegen Finnland verloren habt. Das bislang beste Ergebnis in der Geschichte des deutschen Fraueneishockeys. Wir war diese Eishockey Weltmeisterschaft?

Jenny Harß: Es war ein herausragendes Erlebnis für uns und auch für mich, wenn man so weit kommt, dann möchte man natürlich auch eine Medaille gewinnen, doch Finnland war einfach zu stark, aber dennoch waren es tolle Spiele bei der Eishockey WM in Amerika. An diese Leistungen müssen wir anküpfen und uns weiterentwickeln.

 

Kannst Du uns etwas über den neuen Bundestrainer Christian Künast berichten?

Jenny Harß: Christian Künast war bei dem Turnier in Russland zum ersten Mal dabei und man merkt natürlich Unterschiede, jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, jedoch gab es bislang noch nicht viele Gelegenheiten und wir und er brauchen einfach etwas Zeit. Auf jeden Fall ist er ein sehr guter Trainer, soviel kann ich sagen.


Torhüter sind ja für ihre Maske bekannt, wie ist das bei Dir. Behältst Du alle Masken, was ist aktuell darauf zu sehen?

Jenny Harß: Die Maske ist natürlich für uns Torhüter ein ganz besonderes Stück, weil man diese besonders designen kann. Ich behalte meine Masken. Auf der aktuellen, die in schwarz-rot-gold gestylt ist befinden sich der Adler, meine Nummer, ein Jenny-Schriftzug und ein bisschen Glitzer drauf.


Wir haben gelesen, dass Du den Yoga-Trainerschein gemacht hast, könnte das die Karriere nach der Eishockeykarriere sein?

Jenny Harß: Das ist richtig, es könnte definitiv etwas sein, was ich nach meiner Karriere machen könnte. Ich habe aber auch einen Abschluss im Marketingstudium gemacht und deswegen muss man einfach sehen was daraus entsteht.  Es bereitet mir sehr viel Spaß und ist auch ein sehr guter Ausgleich zum Eishockey. Auf jeden Fall tut es dem Körper sehr gut, gerade die Übungen für die Hüfte sind für uns Goalies sehr wichtig.

 

jenny harss2014 klein

 

Zwei Wochen nachdem die Frauen-Nationalmannschaft und U16 Frauen-Nationalmannschaft ihre ersten Lehrgänge in Füssen absolviert haben, starten auch die U18-Frauen in die neue Saison. Vom 17. bis 21. Juli 2019 trifft sich die Mannschaft von U18 Frauen-Bundestrainerin Franziska Busch im Bundesstützpunkt Füssen. Vier Torhüterinnen, elf Verteidigerinnen und 13 Stürmerinnen nehmen an der Maßnahme teil.

 

Die Mannschaft wird dabei zweimal am Tag auf das Eis gebeten und absolviert weiterhin zahlreiche Athletikeinheiten und Leistungstests. Franziska Busch, U18 Frauen-Bundestrainerin: „Wir freuen uns, dass jetzt auch die Saison der U18 Frauen-Nationalmannschaft offiziell beginnt und wir uns nach langer Zeit wieder treffen. Das Highlight diese Saison ist zweifellos die Heim-WM in Füssen. Wir werden die nächsten Monate nutzen, um uns bestmöglich darauf vorzubereiten. Der Sommerlehrgang in Füssen dient dazu, die Entwicklung und Athletik der Spielerinnen zu überprüfen und neue Spielerinnen zu integrieren. Außerdem werden wir schwerpunktmäßig neben den taktischen Grundlagen mit den Spielerinnen individuell an den technischen Fähigkeiten arbeiten.“  

An seinen Zielen für die kommende Saison lässt Klaus Wüst keine Zweifel. „Wir wollen Deutscher Meister werden“, gibt der Vorsitzende des ESC Planegg die Richtung vor. Zweimal Platz zwei hinter dem ECDC Memmingen waren für den einen oder anderen bei den Pinguinen dann doch etwas des Schlechten zu viel. Im nächsten Frühjahr will der Deutsche Rekordmeister jedenfalls seinen insgesamt achten Titel feiern.Die Verantwortlichen ließen bisher nichts unversucht, um dieses Ziel zu realisieren. Mit Marcel Breil konnte sehr früh ein Nachfolger für Matthias Fritsche gefunden werden, der sein Amt in diesem Sommer niederlegte. Zwar verzeichnete der Vize-Meister der vergangenen Saison fünf Abgänge, doch mit den beiden Amerikanerinnen Jacyn Reeves und Justine Reyes sowie der Deutsch-Norwegerin Eirin Stendahl konnten die Lücken gut geschlossen werden.

 

Zumal Anna Maria Fiegert aus den USA zurückgekehrt ist und sich auch Torfrau Lisa Hemmerle wieder dem Eishockey-Verein angeschlossen hat. Die Mannschaft zählt insgesamt 25 Spielerinnen, von denen nur Kathrin Lehmann, Mona Pink und Franziska Albl aus beruflichen Gründen hin und wieder ausfallen dürften. Tabea Botthof spielt immerhin, wenn sie von ihrem Studienaufenthalt in den USA zurückkehrt. Zum erweiterten Kader zählen außerdem sechs zusätzliche Spielerinnen. „Der Kader müsste eigentlich groß genug sein“, glaubt Wüst. Er ist optimistisch, dass die Pinguine in dieser Saison von keinen Personalsorgen geplagt werden. Wie stark das Team tatsächlich ist, wird sich wohl schon an den zwei Intensiv-Wochenenden im August in Bad Tölz herausstellen, an die sich dann ein einwöchiges Trainingslager anschließt. An dessen Ende stehen drei Testspiele, die in die Wertung zum EWHL-Supercup einfließen. Mit Salzburg, Almaty und Bratislava warten drei schwere Gegner auf den ESC.

 

Im September steht dann der Feinschliff an, ehe Anfang Oktober die Saison in der Bundesliga für die Planeggerinnen beginnt. Wie die beiden anderen deutschen EWHL-Teilnehmer ERC Ingolstadt und ECDC Memmingen müssen sie noch nicht beim offiziellen Rundenstart am 29. September antreten. Voraussichtlich wird der ESC vier Spiele weniger als in der vergangenen Saison bestreiten. Da für Absteiger Hannover Indians keine Mannschaft ins Oberhaus nachrückt, schrumpft die Zahl der Bundesligisten auf sieben zusammen. „Die Lücke zwischen der Bundesliga und der Landesliga wird immer größer“, klagt Wüst. Der ESC-Vorsitzende warnt davor, dass das Damen-Eishockey in Zukunft keine tragfähige sportliche Basis mehr besitzt. Eine Liga, in der sich irgendwann nur noch vier Vereine tummeln, hält der ESC-Chef jedenfalls nicht für erstrebenswert, da sie keine sportliche Herausforderung mehr darstellt. Wer will in einer solchen Nischenveranstaltung schon gerne Meister werden?

Die Frauen des ECDC Memmingen Indians haben ihren Titel in der Frauen-Bundesliga verteidigt. Die Spielerinnen besiegten im dritten und entscheidenden Finalspiel den Rekordmeister ESC Planegg mit 3:0 und krönten sich somit zum dritten Mal zum Deutschen Meister.

 

Nach einem 4:1-Erfolg in Planneg mussten die Memminger Spielerinnen gestern eine 2:3-Niederlage in der eigenen Halle hinnehmen. Somit kam es zur dritten Auflage des Finals, welches aufgrund der besseren Tabellenposition der Indians erneut in der Eissporthalle Memmingen ausgetragen wurde. Taylor Day mit zwei Toren und Nationalspielerin Marie Delarbre sicherten den Gastgeberinnen den Sieg am Sonntagnachmittag.

 


Insgesamt fanden über 2.200 Zuschauer an den beiden Finaltagen in Memmingen den Weg in die Eissporthalle, um beide Mannschaften zu unterstützen. Darunter befand sich am Samstag auch DEB-Präsident Franz Reindl, der die tolle Atmosphäre am Hühnerberg lobte. „Es war eine spannende Finalserie und ein gelungene Playoff-Premiere für die Frauen-Bundesliga“, befand Marion Herrmann, DEB-Frauenbeauftragte und Ligenleiterin der Frauen-Bundesliga, nach der Siegerehrung. „Das Publikum in Memmingen hat dem Finale einen angemessenen und würdigen Rahmen gegeben.“

 


Frauen-Bundestrainer Christian Künast verfolgte in den letzten Wochen zahlreiche Spiele der Frauen-Bundesliga, um die Nationalspielerinnen für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Espoo / Finnland (4. bis 14. April 2019) zu beobachten. Auch in Memmingen war er zu Gast und zeigte sich nach dem Finale begeistert: „Drei tolle Finalspiele fanden einen würdigen Meister. Ich habe zwei engagierte Teams gesehen, die alles gegeben haben. Das war Werbung für das deutsche Frauen-Eishockey!“

 


Alle Informationen zur Vorbereitung der 2019 IIHF Frauen Eishockey-Weltmeisterschaft gibt der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) zu Beginn der kommenden Woche bekannt...

Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) setzt die Zusammenarbeit mit Franziska Busch fort. Die bisherige U18-Interimstrainerin wird zukünftig in hauptamtlicher Funktion die U18 Frauen-Nationalmannschaft betreuen.

 

Seit November 2018 trainiert Busch die DEB-Auswahl als Interimstrainerin. Sie hatte beim Vier-Nationen-Turnier in Bad Tölz die Leitung der U18 Frauen-Nationalmannschaft übernommen und das Team bei der 2019 IIHF U18 Eishockey Frauen-Weltmeisterschaft Div. IA (7. bis 13. Januar 2019 in Radenthein) betreut. Die ehemalige Nationalspielerin (220 Länderspiele) arbeitete bereits zuvor für den Verband als Honorartrainerin im Bereich der Nachwuchs-Nationalmannschaften.

 


Stefan Schaidnagel, DEB-Sportdirektor: „Mit Franziska Busch bekommt das Fraueneishockey, insbesondere die U18 Nationalmannschaft eine Trainerin, welche sinnbildlich für die positive Entwicklung des Frauenbereichs steht. Franziska wird mit ihren Ideen und Vorstellungen zusammen mit Christian Künast den systematischen Aufbau und die Optimierung des Fraueneishockeys vorantreiben. Wir sind froh dieses Hauptamt mit ihr kompetent besetzen zu können und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

 

 

Franziska Busch, U18-Bundestrainerin: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der sportlichen Leitung. Zukünftig werde ich in hauptamtlicher Funktion noch enger mit Frauen-Bundestrainer Christian Künast zusammenarbeiten und mit seinem Input die U18-Nationalmannschaft betreuen. Ich freue mich, durch die Tätigkeit bei der U18 und die Kooperation mit den Honorartrainern der jüngeren Mannschaften meinen Teil für eine einheitliche Philosophie und Ausrichtung der Frauen-Nationalmannschaften beizutragen.“

Frauen-Nationalmannschaft zum offiziellen Saisonstart am Bundesstützpunkt Füssen. Vier Torhüterinnen, zehn Verteidigerinnen und 15 Stürmerinnen werden von Bundestrainer Christian Künast auf ihren aktuellen Leistungsstand überprüft.

 

Frauen-Nationalmannschaft startet in die neue Saison. Christian Künast: „Viel Arbeit im technischen Bereich“. Vom 27. Juni bis 5. Juli 2019 trifft sich die Frauen-Eishockeynationalmannschaft in Füssen.

 


Für die ersten Tage sind ausgiebige Athletikeinheiten geplant bis Künast seine Mannschaft am 29. Juni zum ersten Mal auf das Eis bittet. Danach folgen für die Nationalspielerinnen zwei Trainingseinheiten pro Tag, in denen sie in Gruppen und an den individuellen Fähigkeiten arbeiten. Künast wird dabei von Norbert Weber (Assistenztrainer), Jan Kamenik (Torhüter) und Collin Danielsmeier (Skills Coach) auf dem Eis sowie Karl Schwarzenbrunner (Bundestrainer Wissenschaft und Ausbildung) und Benedikt Ernst (Ahtletiktrainer) abseits des Eises unterstützt.

 


Bereits im Vorfeld des Lehrganges fanden die jährlichen Eingangsuntersuchungen an den Olympiastützpunkten in Köln, Berlin, Heidelberg und München statt. Alle Kaderathletinnen unterzogen sich dabei sportmedizinischen sowie leistungsüberprüfenden Tests.

 


Christian Künast, Frauen-Bundestrainer: „Die Spielerinnen haben zu Beginn des Sommers einen speziell auf ihre Bedürfnisse ausgearbeiteten Trainingsplan erhalten. Die Trainingsdokumentation zeigt, dass die Motivation hoch ist und alle den von uns eingeschlagenen Weg mitgehen wollen. Wir werden den Fokus auf dem Eis vor allem auf den technischen Bereich legen und an den individuellen Fähigkeiten arbeiten.“

 

Der Kader:

Pos Name Vorname Geb.Dat. Verein 2019/20
GK Abstreiter Sandra 23.07.1998 Providence College Friars/USA
GK Flötgen Jule 24.12.1991 Leksands IF/SWE
GK Harß Jennifer 14.07.1987 EHC Königsbrunn
GK Walz Carolin 25.11.1995 Eisbären Juniors Berlin
         
DF Botthof Tabea 01.06.2000 Yale University Bulldogs/USA
DF Brendel Franziska 31.12.2000 Eisbären Juniors Berlin
DF Düsterhöft Lena 26.08.1996 Minnesota State University/USA
DF Fiegert Anna 03.04.1994 ESC Planegg
DF Gleißner Daria 30.06.1993 ECDC Memmingen Indians
DF Graeve Rebecca 28.04.1993 EC Bergkamen
DF Klinger Franziska 15.02.2001 EC Bad Tölz
DF Rothemund Yvonne 23.09.1992 ESC Planegg
DF Sabus Sorsha 14.06.1999 TSV Erding
DF Strobel Carina 11.09.1997 ECDC Memmingen Indians
         
FW Amort Hanna 23.10.1999 Eisbären Juniors Berlin
FW Bär Naemi 14.02.2000 Eisbären Juniors Berlin
FW Bartsch Anne 22.09.1995 Eisbären Juniors Berlin
FW Delarbre Marie 22.01.1994 ECDC Memmingen Indians
FW Eisenschmid Nicola 10.09.1996 ERC Ingolstadt
FW Hahn Alena 07.08.1996 EC Bergkamen
FW Haider Celina 20.07.2000 EHC Klostersee
FW Kamenik Nina 27.04.1985 Eisbären Juniors Berlin
FW Karpf Bernadette 03.07.1996 ERC Ingolstadt
FW Kluge Laura 06.11.1996 St. Cloud State University/USA
FW Kubiczek Sarah 07.04.2001 EC Bad Tölz
FW Lanzl Andrea 08.10.1987 ERC Ingolstadt
FW Nix Emily 12.01.1998 Crocodiles Hamburg
FW Spielberger Kerstin 14.12.1995 ESC Planegg
FW Zorn Julia 06.02.1990 ESC Planegg

 

 

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