Punkteteilung im Süden, Mannheim weiter an der Spitze

06 Oktober 2019
Nach der Niederlage am Vortag behielt Berlin im zweiten Spiel gegen Ingolstadt die Oberhand Tim Sinzenich
  • Memmingen siegt in Overtime im Derby gegen Planegg
  • Fifty-fifty zwischen Ingolstadt und Berlin
  • Mannheims Auswärtstour bleibt auch in Bergkamen makellos

ECDC Memmingen Indians Frauen – ESC Planegg 2:1 n. V. (0:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Keine unzufriedenen Gesichter trotz Punkteteilung gab es nach dem Spitzenspiel am Memminger Hühnerberg bei beiden Teams, war es doch erneut die erwartet knappe Begegnung der Dauerrivalen. Planegg startete besser in die gleichzeitig für den EWHL Supercup gewertete Partie, die Gastgeberinnen brauchten etwas Zeit für ihre ersten Bundesligaminuten. Doch dann entwickelte sich ein Auf und Ab, sowohl was die Richtung des Pucks als auch die Spielanteile angeht. Die Gäste konnten eine über anderthalbminütige doppelte Überzahl nicht nutzen und machten es nach einem torlosen ersten Drittel in einfacher Überzahl besser. Anna Fiegert traf aus der Distanz in der 25. Minute zur Führung, die aber nur bis zur 29. Minute Bestand haben sollte, denn Memmingen drehte ordentlich auf. Der ehemaligen Kontingentspielerin und nun eingebürgerten Sonja Weidenfelder gelang bei fünf gegen fünf der Ausgleich. Die Allgäuerinnen hatten nun Oberwasser, aber Planeggs Torfrau Lena Schuster hielt den Ausgleich fest. Im letzten Spielabschnitt bekam ihre Memminger Kollegin Emma Schweiger ebenfalls wieder mehr zu tun. In Unterzahl konnte insbesondere Planegg aber auch Memmingen torgefährliche Akzente setzen, welche durch starke Saves beider Goalies oder den Pfosten entschärft werden konnten. Trotz weniger Tore bekamen die Zuschauer ein schnelles, spannendes und umkämpftes Spiel auf hohem Niveau mit Zugabe zu sehen. Nach einer Strafe gegen die Gäste ließ Memmingen sich in der Overtime nicht lange bitten, und die neue Kontingentspielerin Lenka Serdar netzte zum 2:1-Endstand ein.

Statistik

ERC Ingolstadt Frauen – Eisbären Juniors Berlin Frauen 5:2 (1:0, 3:0, 1:2) / 2:3 (0:0, 0:3, 2:0)

Die Anreise von mehreren hundert Kilometern nach Ingolstadt schien den Eisbärinnen nicht geschadet zu haben, gab es im Vergleich zu den für sie enttäuschenden Heimspielen gegen Mannheim eine Woche zuvor eine spürbare Leistungssteigerung. Trotzdem waren es die Gastgeberinnen, die in der 20. Minute durch die von der Spree an die Donau gewechselte Hanna Amort in Führung gingen.

Im zunächst ausgeglichenen zweiten Drittel schlug Ingolstadt gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit per Konter zu. Bernadette Karpf erhöhte zum 2:0, und Hanna Amort erzielte ihren zweiten Treffer. Bernadette Karpf zog mit ihrem 4:0 in der 38. Minute mit ihrer Mannschaftskollegin gleich.

Berlin wollte sich aber noch nicht geschlagen geben, und Lucie Geelhaar schloss in der 47. Minute zum 4:1 an. Ingolstadts Andrea Lanzl stellte in der 52. Minute den alten Abstand wieder her, Emily Nix verkürzte für die Gäste noch einmal vier Minuten vor Spielende auf 5:2. Im Anschluss nahmen die Eisbärinnen ihre Torfrau Carolin Walz vom Eis, doch eine Strafzeit machte den Gästen einen Strich durch die Rechnung, hier noch etwas am Ergebnis ändern zu können.

Statistik

Zum Sonntagsspiel hatten sich die Eisbärinnen einiges vorgenommen und dominierten die ersten Minuten. Mit dem ersten Powerplay kam Ingolstadt aber besser ins Spiel und erhielt mehr Gelegenheiten als die Gäste. Zählbares war aber bei beiden Teams nicht dabei, auch in der ersten Überzahl für die Gastgeberinnen. In der 19. Minute entschärfte Ingolstadts Torfrau Julia Huber einen gefährlichen Schuss, und in der Schlussminute zeigte Berlins Goalie Carolin Walz im Sekundentakt mehrere starke Paraden.

In der 21. Minute gaben Emma Terres (Tor), Emily Nix und Sarah Bobrowski (Assists) ihren Einstand als Hattrick-Arbeitsgemeinschaft. Mit einem Rückhandschlenzer von links beförderte Terres den Puck rechts an Ingolstadts Torfrau vorbei zum 0:1, nachdem die Schanzerinnen vier Überzahlsituationen in Folge trotz Steigerung nicht nutzen konnten.
Von Strafzeiten hatte Berlin erst einmal genug, und Ingolstadt war mit den nächsten vier an der Reihe. Blieb die erste Berliner Überzahl noch folgenlos, nutzte Emma Terres die folgende doppelte in der 37. Minute mit einem wuchtigen Schlagschuss zum 0:2. Und das erfolgreiche Berliner Trio vollendete sein Triple genau zwei Minuten später im nächsten Powerplay per Schlagschuss. Trotz weiterer guter Gelegenheiten, zum Beispiel einem Ingolstädter Alleingang, blieb es beim 0:3.

Mit viel Druck startete Ingolstadt aus der Kabine, doch Berlin stand defensiv sehr stabil, und war seinerseits nicht chancenlos. So dauerte es bis zur 56. Minute, als Nicola Eisenschmid die Schanzerinnen durch einen Unterzahlkonter auf 1:3 heranbrachte. Die bis dahin ohnehin unterhaltsame Partie wurde nun noch einmal richtig spannend. Ingolstadt nahm eine Auszeit und die Torfrau zugunsten einer sechsten Feldspielerin vom Eis. Doch obwohl Christina Ieradi zum 2:3 verkürzte, waren elf verbleibende Sekunden einfach zu kurz, um die Niederlage abzuwenden.

Statistik

EC Bergkamen - Mad Dogs Mannheim 1:3 (0:1, 1:0, 0:2) / 1:6 (0:2, 0:3, 1:1)

Die Mad Dogs Mannheim behielten auch am zweiten Wochenende ihre blütenweiße Weste. Bereits in der vierten Minute überwand Theresa Knutson Bergkamens Torfrau Pia Surke. Die Strafzeit der Kurpfälzerinnen sollte an diesem Spielstand zur ersten Drittelpause nichts ändern.

Im Mitteldrittel erzielte Christina Schwamborn ihr erstes Saisontor in der 33. Minute zum Ausgleich. Weitere Änderungen gab es nicht auf der Anzeigetafel, abgesehen von zwei Strafzeiten für die Gäste und einer für die Gastgeberinnen.

Zwei Strafen, aber auch zwei Tore lautete die Bilanz im Schlussabschnitt für die Mad Dogs. Theresa Knutson unterstrich mit ihrem Hattrick zum 1:2 und 1:2 ihre Ambitionen auf die Torjägerkrone.

Statistik

Am Sonntag sollte es für die Bärinnen noch enttäuschender werden. Nicht nur gelang Theresa Knutson wieder ein Hattrick, auch drei weitere Mad Dogs-Spielerinnen trafen gegen die Gastgeberinnen.

Den Torreigen der Mad Dogs leitete Theresa Knutson in der 8. Minute ein, gefolgt von Yvonne Vorlicek in der 12. Minute.

In der 22. Minute erhöhte Kelsey Soccio auf 0:3 und acht Minuten später Theresa Knutson auf 0:4. Alle Treffer fielen bei gleicher Spielerinnenzahl auf dem Eis. Die insgesamt fünf Überzahlsituationen bis dahin konnten beide Teams nicht nutzen. Saskia Wirth war die Erste, die im Powerplay erfolgreich abschloss.

Im Schlussabschnitt traf in der 43. Minute Bergkamens Michelle Lübbert ebenfalls in Überzahl zum 1:5-Ehrentreffer, denn weitere Tore sollten auf Seiten der Bärinnen nicht mehr fallen. Stattdessen machte Theresa Knutson drei Minuten danach ihren Hattrick zum 1:6-Endstand perfekt.

Statistik

 

Tabelle
In der Tabelle baut Mannheim mit vier Siegen in vier Spielen seine Führung aus, gefolgt von Ingolstadt mit vier und Planegg mit drei Punkten. Düsseldorf, Bergkamen und Berlin folgen mit drei Punkten. Memmingen bildet mit zwei Punkten das Schlusslicht. Da die Vereine aber unterschiedlich viele Spiele absolviert haben, ist die Aussagekraft nur begrenzt.

 

Vorschau
Am kommenden Wochenende kommt es in Memmingen zur Neuauflage des Halbfinals gegen die Bergkamener Bärinnen. Planegg reist nach Berlin, Ingolstadt nach Düsseldorf, und Mannheim pausiert entspannt, denn selbst bei voller Ausbeute kann Verfolger Ingolstadt den Mad Dogs die Tabellenführung nicht nehmen.

(Tim Sinzenich)

Top