Ein 53-Tore-Wochenende

14 Oktober 2019
Richard Langnickel
  • Kantersiege für Memmingen in Bergkamen
  • Deutliche Siege für Ingolstadt bei der DEG
  • Berlin setzt seine "Sonntagsstärke" auch gegen Planegg fort

EC Bergkamen - ECDC Memmingen Indians Frauen 1:8 (1:3, 0:2, 0:3) / 2:9 (1:3, 1:2, 0:4)

Zwei klare Niederlagen mussten die Bärinnen des EC Bergkamen an diesem Wochenende gegen die Gäste aus Memmingen einstecken. Den Memminger Torreigen eröffnete in der 9. Minute Kapitänin Daria Gleißner in Überzahl, und die 11. Minute sollte ein besonders schwerer Moment für die Gastgeberinnen werden. Innerhalb von acht Sekunden wurden zwei weitere Tore kassiert, Anna-Lena Niewollik und Kassie Roache legten nach. Immerhin konnte Valentine Maka zwei Minuten später auf 1:3 verkürzen.

Doch im zweiten Drittel nutzte Kassie Roache die zweite Überzahlsituation, und Lena Schurr baute den Vorsprung weiter aus.

Im letzten Abschnitt sammelte Schurr im Powerplay einen weiteren Treffer für ihr Torkonto, und Daria Gleißner gleich zwei, den ersten im Powerplay und den zweiten in Unterzahl zum persönlichen Triple und 1:8-Endstand.

Statistik

In Führung gegangen und die geschossenen Tore verdoppelt, doch trotzdem nicht vom Fleck gekommen, lautete die Bergkamener Bilanz zum Sonntagmorgen. Daran konnten auch zwei weitere Assists der nach wie vor starken Christina Schwamborn nichts ändern. Michelle Lübbert legte in der vierten Minute vor, und Bergkamen konnte sich über eine fast zehnminütige Führung freuen, doch dann waren die Gäste am Zug. Anna-Lena Niewollik, Jennifer Miller und Lena Schurr trugen sich in die Torschützinnenliste des ersten Drittels ein.

Alena Hahns 2:3 in der 27. Minute gestaltete das Spiel nochmal spannender, und wieder dauerte es recht lange bis zur nächsten Änderung an der Anzeigetafel. Aber Memmingens Doppelschlag durch Marie Delarbre (36.) und Kassie Roache (38.) stellten bereits die Weichen auf Sieg.

Ab der 47. Minute schraubten die Gäste das Ergebnis im Dreiminutentakt durch vier weitere Treffer von Sonja Weidenfelder und zweimal Lenka Serdar in die Höhe. Kapitänin Daria Gleißner war wie am Vortag der letzte Treffer zum 2:9-Endstand vorbehalten.

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Düsseldorfer EG Frauen – ERC Ingolstadt Frauen 3:6 (0:4, 2:0, 1:2) / 2:9 (0:2, 0:3, 2:4)

Mit Vivien Wallner, Kiersten Falck, Eva Byszio und Sybille Kretzschmar genehmigten sich die Gäste aus Bayern gleich im ersten Spielabschnitt vier Treffer.

Die nächsten 25 Minuten gingen ans Rheinland. Verkürzte Valerie Offermann im Mitteldrittel noch bei Gleichzahl auf dem Eis, gelang Svenja Küsters ein Shorthander zum 2:4.

Jocelyn Forrest tat es im letzten Drittel ihrer Mannschaftskameradin gegen die Favoritinnen gleich und konnte noch auf 3:4 verkürzen, die Niederlage der Gastgeberinnen besiegelten dann aber Andrea Lanzl nach Vorlagen der beiden Eisenschmid-Schwestern und nochmal Kiersten Falck. Bei den Strafzeiten gab es das umgekehrte Ergebnis, davon wurden allein vier Strafen gegen Düsseldorfs Laura Brückmann (dreimal Beinstellen und einmal Bandencheck) ausgesprochen.

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Konnte die DEG das erste Spiel zeitweise noch offen gestalten, war das Spiel am Sonntagmittag eine komplett eindeutige Angelegenheit.

In der an Strafzeiten ärmeren Partie trafen für Ingolstadt Kiersten Falck und Sorsha Sabus in der achten respektive zwölften Minute, ehe im zweiten Drittel Nicola Eisenschmid, Ann-Kathrin Voog und Bernadette Karpf auf 0:5 erhöhten. Eine knappe halbe Minute vor Drittelende zog Jocelyn Forrest eine 2+2-Minuten-Strafe und Svenja Küsters eine einfache 2-Minuten-Strafe, so dass die DEG im Schlussdrittel nur drei Feldspielerinnen aufs Eis schicken konnte.

Damit schlug die große Stunde von Christina Ieradi, die in den nächsten acht Minuten ihren Hunger auf einen Hattrick nacheinander zunächst im doppelten, dann einfachen Powerplay und bei Gleichstand stillte. Beim Stand von 0:9 hatte die DEG dann doch noch etwas gegen eine zweistellige Niederlage und einen Shutout für Ingolstadts Torfrau Julia Huber einzuwenden. Jocelyn Forrest erzielte in der 50. Minute den ersten Düsseldorfer Ehrentreffer. Paulina Geschwandtner wiederum wollte noch an diesem Wochenende unbedingt ihr erstes Saisontor verwandeln, und dies gelang ihr punktgenau eine Sekunde vor der Schlusssirene im Powerplay.

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Eisbären Juniors Berlin Frauen – ESC Planegg 1:5 (0:2, 1:2, 0:1) / 3:4 n. P. (1:1, 2:2, 0:0, 0:1)

Würde Berlin seine Samstagsschwäche bzw. Sonntagsstärke wiederholen, war vermutlich die Frage des Wochenendes im Wellblechpalast. Und die Eisbärinnen blieben ihrer kleinen Serie treu. Zunächst starteten sie aber besser als die Gäste ins Spiel und verfehlten die Führung nach einem sehenswerten Rückhandschuss von Emily Nix gegen den Pfosten nur knapp. Der ESC legte in der Folge zu und belohnte seine Anstrengungen in der 10. Minute mit der 0:1-Führung von Franziska Feldmeier. Berlin hatte ebenfalls seine Chancen, doch die Oberbayerinnen waren zielstrebiger und stärker, und so staubte Resi Wagner im Gewühl vor dem Berliner Tor zum 0:2 ab.

Im zweiten Drittel blieb Planegg am Drücker, und in der 24. Minute fälschte Celina Haider einen Schuss von Yvonne Rothemund unhaltbar für Caro Walz zum 0:3 ab. Ihr Gegenüber Lisa Hemmerle war keineswegs arbeitslos, und als Sarah Bobrowski in einer Planegger Überzahlphase mit dem Puck und einem starken Spurt auf und davon zog, musste auch sie hinter sich greifen. Die Berliner Freude dauerte aber nur gut zwei Minuten an, als Justine Reyes geduldig die gegnerische Abwehr und Caro Walz umkurvte und zum 1:4 einschob. Eine über einminütige doppelte Überzahl konnten die Eisbärinnen nicht zum Anschlusstreffer nutzen.

Die Zuschauer sahen im letzten Drittel zwar druckvollere und engagiertere Eisbärinnen, so musste Lisa Hemmerle mit mehreren schnellen Reflexen Schüsse und einen Bauerntrick parieren, die einzige der insgesamt neun Überzahlsituationen des Spiels nutzte aber Planegg. Kerstin Spielberger zog mit einem trockenen Schuss zu ihrem ersten Saisontor und 1:5-Endstand ab. Denn bei einem Planegger Alleingang auf ihr Tor behielt Caro Walz drei Minuten vor dem Ende mit einem starken Save die Ruhe.

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Beide Teams wechselten die Torhüterinnen, auf Berliner Seite kam Lilly Günther für Caro Walz ins Tor, die Oberbayerinnen tauschten Lisa Hemmerle gegen Lena Schuster aus. Diesmal starteten die Gäste besser als am Vortag, und Berlins Abwehr hatte gut zu tun. Das Blatt wendete sich erst durch eine Berliner Druckphase von der 8. bis 10. Minute, doch der erste Treffer erschien auf der Gästeseite der Anzeigetafel. Celina Haider verwandelte per Onetimer nach einer Rückhandvorlage hinter der Torlinie von Franziska Feldmeier. Sehenswert auf Berliner Seite waren zwei gewonnene Berliner Bullys im eigenen Drittel und der schnelle Vorstoß in die gegnerische Zone, auch wenn dabei keine Tore heraussprangen. Dafür war Berlins Emily Nix' Rückhandschuss am Sonntag erfolgreicher, nachdem sie schnell vors Planegger Gehäuse gezogen war. Nach knapp 18 Minuten stand es 1:1. Planegg wollte unbedingt wieder in Führung gehen, doch bei einem Alleingang von Julia Zorn behielt Lilly Günther die Ruhe, und Justine Reyes traf im Powerplay nur den Außenpfosten.

Erneut sollte sich Berlins Gefährlichkeit in Unterzahl zeigen, denn als Anna-Maria Nickisch ihre restliche Strafe aus dem vorherigen Drittel auf der Bank verbrachte, verwandelte Emma Terres zur erstmaligen Berliner Führung an diesem Wochenende. Und es sollte noch besser für die Hauptstädterinnen kommen. Mit einem schnellen Vorstoß von Sarah Bobrowski, die auf Emma Terres passte, erhöhte Berlin mit der direkt von der Mannschaftsbank gekommenen Anne Bartsch auf 3:1.
Planegg nahm keinen Gang zurück und kam zu mehreren guten Gelegenheiten, doch die Eisbärinnen hielten dagegen, blockten viele Schüsse und hatten nicht nur Konterchancen. In der 35. Minute hatte Lena Schuster einiges zu tun, um einen noch höheren Rückstand zu verhindern. Kurz darauf zog Julia Zorn bei einem Planegger Gegenangriff in die Mitte und verkürzte nach einer Vorlage von Kerstin Spielberger auf 2:3. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, doch ein Gefühl für gutes Timing bewies Planegg auch heute wieder. Keine 30 Sekunden vor der zweiten Pause konnte Lilly Günther Anna Fiegerts Schuss von der blauen Linie zwar noch abwehren, Resi Wagner nutzte aber den Rebound zum Gleichstand.

Weitere Tore sollten im letzten Drittel trotz guten Chancen auf beiden Seiten nicht fallen. So zeigten die Eisbärinnen ein gutes Powerplay, und nachdem Planegg kurz vor Ende nochmal mächtig drückte, packte Lilly Günther einen starken Save aus.

Ähnlich verlief die strafzeitenfreie, aber ebenfalls torlose Verlängerung, und so ging es ins Penaltyschießen. Gleich den ersten Penalty schoss Sarah Bobrowski zielstrebig ins obere linke Eck. Nach mehreren erfolglosen Versuchen beider Teams hielt Franziska Feldmeier im letzten Versuch der ersten Runde mit einem Schuss durch die Schoner die Gäste im Spiel. In der zweiten Runde vergaben sowohl Planeggs (Justine Reyes) als auch Berlins Nummer 14 (Thea-Marleen Barthell), und so sicherte Franziska Feldmeier mit ihrer erneuten Verwandlung dem ESC den Zusatzpunkt, denn Berlin konnte seine letzte Gelegenheit nicht mehr nutzen.

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Tabelle
Die Tabelle führt Mannheim trotz einem Spiel weniger mit zwei Punkten Vorsprung auf Ingolstadt an, gefolgt von Memmingen und Planegg mit jeweils acht Punkten. Dank des Punktes im Sonntagsspiel hat Berlin einen Punkt mehr als Düsseldorf. Punktgleich mit der DEG, aber mit einer deutlich schlechteren Tordifferenz bildet Bergkamen mit drei Punkten das Schlusslicht.

Vorschau
Am kommenden Wochenende pausiert Berlin. Die DEG reist nach Memmingen, und Bergkamen hofft ebenfalls auf Auswärtspunkte beim ESC Planegg. Die Mad Dogs Mannheim empfangen Ingolstadt.

(Tim Sinzenich)

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