Ablösung an der DFEL-Tabellenspitze

21 Oktober 2019
Mad Dogs Mannheim
  • Knappe Siege für Ingolstadt in Mannheim im Tabellenspitzen-Duell
  • Bergkamen verliert trotz Steigerung beide Auswärtsspiele gegen Planegg
  • DEG chancenlos gegen den Favoriten Memmingen

Mad Dogs Mannheim - ERC Ingolstadt Frauen 3:4 (0:1, 0:1, 3:2) / 2:3 (0:2, 1:0, 1:1)

Zwei knappe Niederlagen gegen Ingolstadt kosteten die Mad Dogs Mannheim die Tabellenspitze. Am Samstag ließen sich die Mannheimerinnen im ersten Drittel einlullen und waren nicht von Beginn an präsent, und die erste und einzige Strafzeit gegen die Gastgeberinnen nutzte Ingolstadts Andrea Lanzl zum 0:1. Nicola und Tanja Eisenschmid waren dieses Mal nicht gemeinsam in der SAP arena, um den Mannheimer DEL-Meistertitel ihres Bruders Markus zu feiern, sondern besorgten die Vorlagen.

Im Mitteldrittel bauten die Gäste in der 35. Minute die Führung durch Lea Welcke aus, dieses Mal bei Gleichzahl auf dem Eis. Keine der beiden Mannschaften konnte die drei Strafzeiten nutzen.

Im letzten Drittel verdreifachten sich die Strafzeiten noch einmal auf gleich neun. Die ersten vier gingen auf das Konto der Gäste, dann war Mannheims Tara Schmitz zweimal hintereinander an der Reihe, bis Ingolstadt gleich drei Strafen beinahe am Stück in der 57. Minute kassierte.
Und das wurde auf beiden Seiten genutzt. Verkürzte Mannheims Theresa Knudtson noch bei Gleichzahl (43.), gelang Lucia Schmitz in der 51. Minute bei doppeltem Powerplay der Ausgleich. Zwei Minuten später brachte Kiersten Falck in einfacher Überzahl die Farben der Gäste in Führung, doch die Mad Dogs taten es den Schanzerinnen gleich. Pia Clauberg glich noch in der 59. Minute aus. Das Spiel stand jetzt auf des Messers Schneide. Doch keine 30 Sekunden nachdem wieder Gleichzahl herrschte, sicherte Bernadette Karpf den Gästen die drei Punkte mit dem 3:4.

Statistik

Am Sonntag ging Ingolstadt gleich im ersten Drittel mit zwei Toren in Führung, Bernadette Karpf und Ann-Kathrin Voog überwanden Michelle Teucke im Tor der Mad Dogs.

Doch kaum hatte das zweite Drittel begonnen, schlug Lisa Campeau zum 1:2 zu. In der Folge blieben Tore Mangelware, dafür gab es erneute einige Strafzeiten auf beiden Seiten.

Es sollte bis zur 52. Minute im Schlussabschnitt dauern, bis wieder ein Tor auf der Anzeigetafel eingegeben werden musste. Wie das erste Ingolstädter Tor des Wochenendes eine Ko-Produktion von Torschützin Andrea Lanzl und den beiden Eisenschmid-Schwestern als Vorlagengeberinnen. Zwar verkürzte Theresa Knudtson gut zwei Minuten vor dem Ende auf 2:3, doch als Mannheim kurz darauf eine Strafzeit erhielt, waren die Chancen zunichte gemacht, noch etwas am Ergebnis ändern zu können.

Statistik

 

ESC Planegg – EC Bergkamen 6:0 (4:0, 0:0, 2:0) / 2:0 (1:0, 0:0, 1:0)

Fürs Tabellenschlusslicht Bergkamen ging es nach Oberbayern zum Vizemeister ESC Planegg. Für die Pinguine verlief das erste Drittel nach Maß: Gleich in der ersten Minute musste Pia Surke hinter sich greifen, und nachdem Julia Zorn (4.), Jacyn Reeves (8.) und Luisa Kaiser ( 17.) ebenfalls getroffen hatten, stand es 4:0. Planegg war klar überlegen, die Bärinnen hatten kaum etwas entgegenzusetzen. Daran änderten auch drei Strafzeiten gegen die Gastgeberinnen nichts.

Dies änderte sich nach einer Ansprache in der Gästekabine. Zwar konnten die Bärinnen Lisa Hemmerle im Tor weiterhin nicht überwinden, aber Planegg gelangen ebenfalls keine Treffer mehr. Die Bergkamenerinnen steigerten sich und machten dicht und ihren Gegnerinnen das Leben schwer. Gastgeberinnen scheiterten immer wieder an Pia Surke, welche auch zum Beispiel auf Justine Reyes‘ Bauerntrick nicht hereinfiel (36.). Das Chancenplus war zwar auf Planegger Seite, die Westfälinnen erhöhten aber zumindest die Anzahl ihrer Chancen und wurden im Powerplay gefährlicher.

Planegg zeigte nach der Pause ebenfalls eine Reaktion und erhöhte wieder den Druck auf die Bärinnen, was zu erhöhter Torgefahr führte. Doch für den Puck war zunächst spätestens bei Pia Surke Endstation. Bergkamen wiederum konnte trotz guter Chancen seine beste Überzahl des Tages nach wie vor nicht in Zählbares verwandeln. In der 49. Minute sprintete Kerstin Spielberger davon und überwand Surke im Alleingang. Und kaum war eine Minute später das Bully in der Bergkamener Zone gespielt, nutzte Justine Reyes die zu geringe Gegenwehr ihrer Gegnerinnen und zum 6:0-Endstand. Immerhin ergab sich für Bergkamen noch eine gute Kontermöglichkeit und Druckphase zum Spielende hin.

Statistik

Planegg begann druckvoll, aber die Bärinnen waren von der ersten Minute an hellwach und zeigten die alten Bergkamener Tugenden, als hätte es keinen großen Kaderumbruch gegeben: Aus einer stabilen Defensive geduldig sein und auf Konter warten. Christina Schwamborn sprang wie am Vortag in der Defensive ein und machte ihre Sache wieder gut. Ein Beispiel dafür war die siebte Minute, als sie ihrer Mannschaft in Unterzahl zeitweise ohne Stock helfen musste und die Bärinnen sich mit Leidenschaft und allem was sie hatten gegen die Planegger Führung stemmten. Und bald darauf gelang ein gefährlicher Konter, nach dem Puckverlust einer Planegger Spielerin an der blauen Linie ihres Angriffsdrittels.
Doch alle Gegenwehr half nichts, als in der zwölften Minute einmal die Zuordnung bei den Gästen nicht stimmte und die freistehende Resi Wagner den Puck nur noch über Pia Surkes Schoner lupfen musste. Trotz Planegger Druck hielt Bergkamen dagegen und sich im Spiel.

Im Mittelabschnitt war die Bärinnenhöhle wie verrammelt für die Gastgeberinnen, entweder parierte Pia Surke, wenn nicht die Schüsse vorher bereits von einer ihrer Gegenspielerinnen geblockt wurden. Trotz ihres stärksten Drittels an diesem Wochenende gelang den Gästen kein Treffer, denn auch Planeggs Sofie Disl war auf ihrem Posten und zum Beispiel bei einem Überzahl-Blueliner auf ihr Gehäuse wachsam (30.). Das Chancenplus war zwar auf Planegger Seite, dennoch konnten die Bärinnen den ein oder anderen Akzent setzen.

Das letzte Drittel war das der Special Teams. Planegg kam aus der Kabine und wollte endlich den Deckel draufmachen, aber die Gäste hatten etwas dagegen einzuwenden. Als in der 50. Minute eine Planeggerin auf der Strafbank Platz nehmen musste, war den Pinguinen bewusst, dass sie sich angesichts des knappen Ergebnisses keinen Fehler erlauben durften. Und sie zeigten ein engagiertes und starkes Unterzahlspiel. Den Bärinnen gelang es kaum, ins gegnerische Drittel zu kommen, alleine weil die Gastgeberinnen durch ihr aggressives Forechecking mehrere Bullys im Bergkamener Drittel erzwangen. Die Entscheidung fiel in der 57. Minute, als Planegg seine Überzahl nutzte und Justine Reyes von der blauen Linie Maß nehmen konnte und ins linke Eck traf.

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ECDC Memmingen Indians Frauen – Düsseldorfer EG 8:2 (3:1, 3:0, 2:2) / 10:0 (1:0, 5:0, 4:0)

Für die Frauen der Düsseldorfer EG war im Allgäu nichts zu holen. Auf der Habenseite standen am Ende zwei Tore, aber gleich achtzehn Gegentore.

Den Memminger Torreigen eröffnete Sonja Weidenfelder, und schon nach gut sechs Minuten stand es 3:0 durch Luisa Bottner und Lena Kartheininger. Düsseldorfs Jocelyn Forrest nutzte zwar eine Überzahl in der 15. Minute und konnte immerhin den Anschluss herstellen.

Doch Lena Schurr erhöhte anderthalb Minuten nach Beginn des zweiten Drittels auf 4:1. Und dann schlug die große Stunde von Lenka Serdar, die in Unterzahl in der 35. und in der 38. Minute einnetzte.

Der Hattrick gelang ihr in der 46. Minute, 7:1 stand es damit auf der Anzeigetafel am Hühnerberg. Marie Delarbre gelang der zweite Shorthander in der 54. Minute. Nachdem Kassie Roache und von den Gästen Jocelyn Forrest in der 55. Minute aneinandergerieten und jeweils 2+2 kassierten, setzte Leonie Maßner den Ehrentreffer zum 8:2-Endstand.

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Zehn Tore sollten auch im Sonntagsspiel fallen, diesmal jedoch ausnahmslos auf Seiten der Gastgeberinnen. Das erste Drittel begann diesbezüglich noch verhalten. Düsseldorf bekam zwar im ersten Spielabschnitt drei Strafen zugesprochen, aber nur Lenka Serdar konnte die Überzahlsituation nutzen (12.).

Kurioserweise dauerte es über 20 Minuten, ehe Memmingen die Führung ausbauen konnte. Lenka Serdar erhöhte (33.), und dann klingelte es beinahe im Minutentakt im rheinischen Gehäuse durch Marie Delarbre (37./38.) und Lenka Serdar, die am Hattrick Gefallen gefunden hatte und bis zur Drittelpause auf 7:0 ausbaute (39./40.).

Heute schien ihr das aber noch nicht genug zu sein, und so traf sie in der 43. Minute erneut. Die zehn voll machten Sonja Weidenfelder (46.) und Antje Sabautzki (51.) und Kassie Roache (51.). 54:9 Torschüsse sprachen am Ende ebenfalls eine deutliche Sprache.

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Tabelle
Erstmals in dieser Saison liegen die drei bayerischen Vereine an der Tabellenspitze, angeführt von Ingolstadt mit 16 Punkten und zwei Punkten Vorsprung, das aber mit sieben Spielen zwei respektive ein Spiel mehr als Memmingen und Planegg gespielt hat. Mannheim bleibt auf Halbfinalkurs. Dahinter folgt mit großem Abstand Berlin. Mit nur einem Punkt dahinter bilden die DEG und Bergkamen punktgleich das Schlusslicht und sind zwar zwei Spiele, aber nur ein Tor voneinander getrennt.

Vorschau
Die Rolle der Zuschauerinnen nehmen die Berlinerinnen ein. Mannheim trifft auswärts auf Planegg. Bergkamen empfängt am Samstag die DEG und Memmingen am Sonntag Ingolstadt.

(Tim Sinzenich)

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