Planegg und Mannheim mit knappen Siegen an der Spitze, DEG-Niederlagenserie hält an

05 November 2019
CP Hobbyfotografie Christine Pleyer
  • Planegg gewinnt beide Spitzenspiele gegen Memmingen und Ingolstadt
  • Zweimal 3:2 für Mannheim gegen Bergkamen
  • Kantersiege für Berlin gegen die DEG

ESC Planegg – ECDC Memmingen Indians Frauen 3:2 (1:2, 0:1, 0:1)

Die Allgäuerinnen zogen direkt zielstrebig Richtung Planegger Tor und hatten die erste gefährliche Gelegenheit des Tages. Und gingen bald in Führung, nachdem Marie Delarbre Planeggs Torfrau Lisa Hemmerle die Sicht nahm und Carina Strobel von der blauen Linie einen Schlagschuss in die linke Ecke setzte (3.). In der 9. Minute zog Kassie Roache ins Planegger Drittel und umkurvte das Tor. Nachdem die Defensive sie mehr begleitete als verteidigte, zog sie nachdem sie ihren Kreis komplett geschlossen hatte einfach mal ab zur 0:2-Führung. Das zweite Gegentor wirkte wie ein Weckruf, denn ab diesem Zeitpunkt erhöhte Planegg den Druck und kam besser ins Spiel. Es war keine Minute gespielt als Celina Haider mit dem 1:2-Anschlusstreffer das Spiel wieder offener gestaltete.

Mit dem Mitteldrittel nahmen Planeggs Initiative und die Chancen weiter zu, dank mehrerer starker Saves von Memmingens Torfrau Emma Schweiger, zum Beispiel in der 23. und 24. Minute blieb es aber zunächst bei der Führung für die Gäste, die ihrerseits zu gefährlichen Schüssen kamen. Planegg drückte zwar und hatte mehr Gelegenheiten, Memmingen konnte dafür kontern. Das größere Engagement der Oberbayern zahlte sich in der 30. Minute aus, als Sonja Pleyer vom Bully weg einen Pass erhielt und Resi Wagner den Puck hörbar gegen den rechten Pfosten abfälschte, von wo er ins Tor abgelenkt wurde. Planegg setze weiter nach, aber die Gäste hatten ebenfalls Chancen, zum Beispiel einen Unterzahlkonter und eine Großchance in der 36. Minute.

Es waren gut zweieinhalb Minuten im Schlussabschnitt gespielt, als Anna Fiegert unbedrängt einfach mal von der blauen Linie abzog und ihre Mannschaft das erste Mal an diesem Abend in Führung brachte. Die Pinguine wollten sich aber nicht mit dem Verwalten der Führung zufriedengeben und betrieben weiterhin konsequentes Forechecking. Das Chancenplus lag nun klar auf Planegger Seite, die Gäste wirkten müde. Emma Schweiger verhinderte aber mehrfach eine höhere Führung. Die Indians-Frauen zogen sie schließlich zugunsten einer sechsten Feldspielerin vom Eis. Obwohl Planegg nicht ins leere Tor treffen konnte, sollte der Ausgleich aber nicht mehr fallen.

Statistik


ERC Ingolstadt Frauen – ESC Planegg 3:4 n. P. (1:0, 0:1, 2:2, 0:0)

Rückstände in Spitzenspielen schienen den Pinguinen an diesem Wochenende zu liegen. Beide Mannschaften schenkten sich in einem fairen, hochklassigen und schnellen Spiel keinen Zentimeter. Planegg machte zwar im Startdrittel den etwas dominanteren Eindruck, die Torschussstatistik lag aber mit 8:7 leicht auf Seiten der Schanzerinnen. Und sie setzten in der 13. Minute den ersten Treffer. Ein Rebound von Bernadette Karpfs Distanzschuss prallte gegen die Kufe einer Planegger Spielerin und vor Hanna Amort, die ihn per Rückhand durch die Schoner von Planeggs Torfrau Lena Schuster beförderte.

Planegg steigerte den Druck nach der Pause und kam zu einigen Gelegenheiten. Ingolstadt nutzte ab der Mitte des Abschnitts mehrmals die lange Bank und baute seinerseits Druck auf. Nachdem Planegg die Druckphasen der Pantherinnen überstanden hatte, gelang den Gästen der Ausgleich. Lisa Geml hatte verdeckte Sicht, und so konnte die freistehende Justine Reyes das Getümmel vor dem Tor nutzen (38.). Kurz vor der Drittelpause fuhr Hanna Amort zunächst unbeobachtet von der Bank zur blauen Linie, lauerte dort, bekam ihren genauen Pass und spurtete Richtung Tor. Die Schiedsrichter entschieden anschließend gegen Planegg auf Haken. Das Powerplay konnten die Gastgeberinnen aber nicht nutzen.

Die Spannung stieg im letzten Drittel der regulären Spielzeit mehr und mehr. Planegg gelang der Doppelschlag: Justine Reyes eroberte in der Ingolstädter Zone den Puck und zog weit nach rechts. Ihr präziser Pass ermöglichte der von der anderen Seite schnell vors Tor ziehenden Franzi Feldmeier das einfache Einschieben (50.). Es waren gerade einmal 50 weitere Sekunden gespielt, als Celina Haider aus spitzem Winkel von links abzog und der Puck seinen Weg durch eine sehr schmale Lücke zwischen dem Pfosten und Lisa Geml fand. Das 1:3 Tor wurde Eirin Stendahl zugesprochen, die den Puck offenbar noch abgefälscht hatte.

In der Folge setzte es wütende Angriffe von Ingolstadt auf das Planegger Gehäuse, die nach genau vier Minuten mit dem 2:3-Anschlusstreffer belohnt wurden. Nicola Eisenschmid passte zu ihrer Schwester Tanja, die von der blauen Linie genau ins obere linke Eck traf. Planegg investierte in den Sieg, aber die Gastgeberinnen setzen ihre Bemühungen fort und machten knapp drei Minuten vor dem Ende den Ausgleich perfekt. Wieder wurde von der blauen Linie abgezogen, und Sorsha Sabus‘ Schuss schien noch leicht vom Körper einer Planegger Verteidigerin auf die rechte Seite abgelenkt worden zu sein. An Dramatik mangelte es wahrlich nicht.

Mit dem 3:3 ging es in die Overtime und hin und her. Die beste Gelegenheit hatten die Schanzerinnen elf Sekunden vor dem Ende, doch das Spiel hielt noch den finalen Showdown im Penaltyschießen bereit.

Nachdem Tanja Eisenschmid und Andrea Lanzl für Ingolstadt und Justine Reyes und Julia Zorn für Planegg vergaben, überwand Christina Ieradi mit einem Move die zu Beginn ins Planegger Tor gewechselte Lisa Hemmerle. Der nächste Schuss musste für Planegg sitzen, und Franzi Feldmeier chippte den Puck über Lisa Geml unter die Latte und hielt ihr Team im Spiel.

Wer nun zuerst traf, hatte gewonnen. In der zweiten Runde konnte Justine Reyes nicht verwandeln. Bei den Gästen schob Christina Ieradi den Puck zwar ins Tor, vorausgegangen war aber ein Rebound von den Schonern. Und so setzten die Oberbayern auf Bewährtes, und Franzi Feldmeier traf dieses Mal mit der Rückhand und setzte den Schlusspunkt unter ein Spitzenspiel, das seinem Namen alle Ehre machte.

Statistik


Mad Dogs Mannheim – EC Bergkamen 3:2 (0:1, 0:1, 3:0) / 3:2 (0:1, 3:0, 0:1)

Nach dem wichtigen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Düsseldorf reiste Bergkamen mit Rückenwind in die Quadratestadt und ging im ersten Drittel in Führung, nachdem Claudia Weltermann sich in die Torschützenliste eintrug (12.). Drei Überzahlgelegenheiten konnten beide Teams nicht nutzen.

Powerplays blieben auch im zweiten Drittel torlos, trotzdem stand es nach der zweiten Pausensirene 0:2, denn Alena Hahn baute die Führung in der 38. Minute aus.

Das Schlussdrittel sollte den Mannheimerinnen, insbesondere der zweiten Reihe, gehören. In der 48. Minute gelang Kelsey Soccio der Anschlusstreffer. Und zum Ende des Spiels wurden die Strafzeiten nicht nur torreich, sondern spielentscheidend. In der 55. Minute musste eine Bergkamener Spielerin auf der Strafbank Platz nehmen, und keine 30 Sekunden später gelang Pia Clauberg der Ausgleich. Und Mannheim ließ sich bei der zweiten Strafzeit im letzten Drittel ebenfalls nicht lange bitten. Kelsey Soccio schoss 56 Sekunden vor dem Ende ihr Heimteam zum Sieg. Nachdem die Gastgeberinnen in den beiden ersten Dritteln etwas mehr Torschüsse als die Gäste abgegeben hatten, sprachen 15:4 Torschüsse im letzten Drittel eine deutliche Sprache.

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0:1-Rückstände schienen Mannheim gut zu liegen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass dies eine Taktik sein sollte, ging diese im zweiten Spiel ebenfalls auf. Bergkamens Pauline Gruchot traf zur Führung in der 7. Minute.

Noch einmal einem 0:2-Rückstand hinterherjagen wollten die Mad Dogs dieses Mal nicht. Theresa Knutson hatte es entsprechend eilig, und das Drittel war gerade einmal 12 Sekunden alt, als der Puck im Gehäuse der Bärinnen zappelte. Das machte den Kurpfälzerinnen Lust auf mehr, und noch in derselben Minute gingen sie durch den Treffer von Yvonne Vorlicek in Führung. In der 27. Minute erhöhte Theresa Knutson auf 3:1. Wie würden die Bärinnen nun ihrerseits mit einem Zwei-Tore-Rückstand umgehen?

Michelle Lübbert konnte in der 44. Minute noch anschließen, doch dabei blieb es. Am Sonntag blieben immerhin die beiden letzten Strafzeiten für die Gäste ohne weitere Gegentore.

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Eisbären Juniors Berlin Frauen – Düsseldorfer EG 9:3 (3:0, 1:1, 5:2) / 12:1 (8:0, 3:1, 1:0)

Für Düsseldorf läuft es weiterhin alles andere als optimal. Ganze 21 Gegentore setzte es am Wochenende. Den Berliner Torreigen eröffneten Emily Nix (2.), Emma Terres (7.) und Anne Bartsch im Powerplay (19.).

Leonie Maßner konnte im Mittelabschnitt für die Rot-Gelben zwar auf 3:1 verkürzen (23.), Franziska Brendel traf dann aber wieder für die Eisbärinnen zum 4:1 (28.).

Zahlreiche Strafen und Tore bekamen die Zuschauer im letzten Drittel geboten. Wenige Sekunden nach Anstoß gelang Valerie Offermann der Anschlusstreffer. Franziska Brendel (43.) und Emily Nix (50.) bauten die Führung aber weiter aus. Die Schlussminuten wurden richtig turbulent: Ganze 34 Strafminuten hagelte es auf beiden Seiten in der 53. Minute, ehe Düsseldorfs Kristen Molina ein Überzahlspiel zum 6:3 nutzte (5:4). Danach gab es mit gleich drei Treffern ein regelrechtes Emily-Nix-Festival, die damit ganze fünf Tore zum 9:3-Sieg der Eisbärinnen beisteuerte.

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Frommer ging es zwar mit weniger Strafen am Sonntag zu, das Dutzend voll an Gegentoren gab es aber für die DEG. Sarah Bobrowski traf gleich viermal (4., 9., 15. 17.), Nina Kamenik (13.), Joyce König (14.), in Unterzahl Elisa Matschke (19.) und Emma Terres (20.) ließen die Eisbärinnen gleich achtmal jubeln.

Emily Nix gab sich heute mit zwei Toren (27., 32.) vergleichsweise bescheiden, den Ehrentreffer für die Gäste besorgte Juliana Palmeira Kerkhoff in der 30. Minute. Das 11:1 schoss Nina Kamenik 50 Sekunden vor der Pause.

In der 44. Minute markierte Thea-Marleen Bartell den 12:1-Endstand, ehe Düsseldorfs Jocelyn Forrest anderthalb Minuten vor dem Ende ihre vierte Strafe in diesem Spiel erhielt. Neben 2:10 Strafminuten standen 80:19 Torschüsse auf der Habenseite der Eisbärinnen.

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Tabelle

Dank eines Fünf-Punkte-Wochenendes liegt Planegg mit 25 Punkten sieben Zähler vor Mannheim an der Spitze (beide zehn Spiele). Dahinter Memmingen mit sieben Spielen und einem Punkt weniger. Ingolstadt ist mit neun Spielen punktgleich bei schlechterem Torverhältnis. Dank zweier klarer Siege kann sich Berlin mit acht Spielen vier Punkte gegenüber Bergkamen absetzen, die bereits elf Spiele absolviert haben. Düsseldorf hält mit nur einem Sieg und acht punktlosen Niederlagen die rote Laterne.


Vorschau

Wegen der Länderspielpause geht es erst in zwei Wochen weiter. Alle bayerischen Teams haben weite Auswärtsreisen vor sich. Bergkamen empfängt Ingolstadt, und auch Planegg reist nach NRW zur DEG. Memmingen besucht die Hauptstadt. Mannheim hat eine XXL-Pause.

(Tim Sinzenich)

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