Corona Bombe platze beim Mannschaftstraining – Play-Off Finalspiele in der DFEL fallen aus

16 März 2020
Alwin Zwibel

(PM ECDC Memmingen Indians Frauen) Während des Eistrainings am Dienstagabend kam der Anruf vom Deutschen Eishockeybund. Die Saison in der Frauen-Bundesliga ist ab sofort beendet, die für das Wochenende angesetzten Play-Off Rückspiele der Indians gegen Planegg finden nicht mehr statt.

Spielerinnen und Trainer der Allgäuerinnen waren gleichermaßen sprachlos. So wirklich verstehen kann die Entscheidung im Memminger Lager niemand, denn im Meisterschaftsfinale des Vorjahres kamen gerade mal 92 Zuschauer in die „Scheune“ nach Grafing. Die seitens der Politik geforderte Grenze von maximal 1000 Zuschauern spielte bei der Entscheidung des Verbandes offenbar keine Rolle.

Trainer Werner Tenschert zeigt sich aus sportlicher Sicht enttäuscht: „wir haben das Video vom letzten Samstag lange und ausführlich analysiert und wussten, was wir beim Rückspiel hätten ändern müssen. Die Chancen auf unsere Titelverteidigung waren auf jeden Fall gegeben.“

Auch Teammanager Peter Gemsjäger war sehr optimistisch, die Heimspielniederlage drehen zu können und ein Spiel drei am Sonntag erzwingen zu können. „Dafür haben wir für Samstag bereits Abendessen und ein Hotel in Ebersberg gebucht.“ Zudem hatten die Allgäuerinnen einen Fanbus nach Grafing organisiert, der bereits gut besetzt war. „Selbstverständlich respektieren wir in Bezug auf die Gesundheit unserer Spielerinnen sowie der Zuschauer die Entscheidung. Was uns aber missfällt ist die Tatsache, dass es seitens des Verbandes Umfragen unter den Oberligsten zur weiteren Vorgehensweise gab, mit den beiden Finalisten der Frauenbundesliga aber niemand gesprochen hat“ so Gemsjäger. „Wir reden hier von zwei ausstehenden Spielen am Samstag und Sonntag in Grafing. Die hätten durchaus als Geisterspiele ausgetragen werden können, ohne dass Planegg ein größerer finanzieller Verlust entstanden wäre. So wäre die Ermittlung eines Meisters auf sportlich faire Weise zustande gekommen. Da ist doch ein gewaltiger Unterschied beispielsweise zur Oberliga, bei der die Play-Offs bis Mitte April gedauert hätte“

Am Schlimmsten traf es freilich die fünf Nationalspielerinnen im Indians Kader, die am Samstag unmittelbar nach dem ersten Finalspiel von der Absage der Frauen Weltmeisterschaft in Halifax, Kanada erfahren hatten. Auch hier hat COVID-19 zugeschlagen. Die WM wird jetzt in einem Jahr an gleicher Stelle ausgetragen.

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