Saisonstart in der Frauen-Bundesliga – mit Einschätzungen von Frauen-Bundestrainer Christian Künast

16 Oktober 2020
DEB

(PM DEB) Sieben Monate ohne Wettkampf-Modus sind mehr als genug. Am kommenden Wochenende, 17. und 18. Oktober, startet die Frauen-Bundesliga in die neue Spielzeit.

Das Teilnehmerfeld besteht aus sieben Mannschaften. Für die Düsseldorfer EG, die sich in der letzten Spielzeit zurückgezogen hatte, ist in dieser Saison der Kölner EC am Start. Die weiteren Mannschaften sind wie im letzten Jahr: Der ESC Planegg, die ECDC Memmingen Indians, der ERC Ingolstadt, die Eisbären Juniors Berlin, die Mad Dogs Mannheim und der EC Bergkamener Bären. In der Hauptrunde wird eine Doppelrunde gespielt. Die vier bestplatzierten Mannschaften treten dann in den Play-Offs im Format „best-of-three“ gegeneinander an. Die drei verbliebenen Teams spielen eine Platzierungsrunde.  

Frauen-Bundestrainer Christian Künast freut sich auf den Saisonstart: „Ich glaube, jeder ist froh, dass es endlich wieder losgeht. Die Spielerinnen werden hochmotiviert sein. Ich erwarte spannende und interessante Spiele.“

Im Folgenden stellt deb-online.de jedes Team vor, und Künast schätzt sie kurz und kompakt ein.

ESC Planegg

Gegründet wurde der Verein 1991 und schaffte 1994 den Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Dieser gehören sie seither ohne Unterbrechung an und sind mit sieben Meistertiteln der erfolgreichste Club. Neben den Meisterschaften gewannen sie auch noch viermal den DEB-Pokal, sowie einmal die Elite Women´s Hockey League (EWHL).

Eine Spielstätte in Planegg gibt es nicht, da man dort nicht über ein eigenes Kunsteisstadion verfügt. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft deshalb in Grafing oder Bad Tölz aus.

Zur neuen Saison gibt es im Kader nur wenig Veränderung. Tabea Botthof legt bedingt durch die Corona-Pandemie ein Urlaubssemester an der Yale University ein und schließt sich für diese Zeit dem ESC Planegg an. Kristin Schmid und Sybille Kretzschmar – die jedoch aus beruflichen Gründen vorerst nicht zur Verfügung steht – kamen vom Ligakonkurrenten ERC Ingolstadt. Auf der Torhüterposition steht in Paula Weber eine weitere Alternative zur Verfügung, die außerdem bei U17 des ESC Geretsried spielberechtigt ist. Ebenfalls mit einer Doppellizenz spielberechtigt ist U18-Nationalspielerin Celine Mayer. Mit Sarah Kubiczek und Sarah Hoyer hat Planegg auch schon zwei Langzeitverletze zu beklagen.

Als Vorbereitung auf die Saison dienten die Spiele im EWHL-Cup. Planegg gewann alle drei Spiele und wurde somit Gruppensieger. Nach einem knappen 3:2 in Neuchâtel waren die Heimsiege gegen Bratislava mit 5:1 und Salzburg mit 6:0 deutlich. Somit ist die Teilnahme am Finale des EWHL-Supercup gesichert.

Christian Künast: „Der ESC Planegg ist mit Sicherheit wieder Favorit auf die Meisterschaft. Die Mannschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig verändert und ist eher noch ein bisschen stärker geworden.“

EC Bergkamen

Die Frauenmannschaft des EC Bergkamen wurde 1983 gegründet und nahm in der Saison 1983/84 erstmals in der NRW-Liga am Spielbetrieb teil. Bis auf einen Abstieg 1997/98, im Folgejahr gelang sofort der Wiederaufstieg, spielt der EC Bergkamen seit Gründung der Frauen-Bundesliga in der höchsten deutschen Spielklasse. Neben einer Meisterschaft 2005 stehen auch noch zwei Pokalsiege in den darauffolgenden Jahren bei den „Bärinnen“ zu Buche.

In der Spielzeit 2020/2021 steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Cheftrainerin hinter der Bande. Mit Claudia Weltermann fungiert eine ehemalige Spielerin in dieser Position. Am Kader gab es wenig Veränderungen. Die neueste Verpflichtung ist Import-Spielerin Danielle Butler – sie spielte zuvor in Österreich und in Kanada. Natascha Mensch kehrte von der 1b der Dinslaken Kobras zurück. Außerdem ist Julia Kohberg mit einer Doppellizenz ausgestattet, die 16-jährige kann auch für die U17 des Iserlohner EC spielen. Ein gefühlter Neuzugang ist Torhüterin Sarah Körber, die aufgrund von Knieverletzungen zwei Jahre pausieren musste.

Christian Künast: „Sie versuchen sehr viele junge Spielerinnen einzubauen. Mit einem so jungen Kader ist es nicht einfach. Ich traue der Mannschaft aber eine Überraschung zu.“

Eisbären Juniors Berlin

Bis zum Wechsel der Frauenmannschaft im Juni 2017 zu den Eisbären Juniors, spielte die Mannschaft für den OSC Berlin – unter dem Namen „OSC Eisladies“. Die Berliner sind seit der Gründung in der Frauen-Bundesliga vertreten und können auf fünf Meisterschaften und vier DEB-Pokalsiege zurückblicken – alle noch im Namen des OSC.

Zur neuen Saison wird das Team der Eisbären Juniors von einem neuen Trainergespann begleitet. Daniel Bartell ist nun Cheftrainer, nachdem er letzte Saison schon Co-Trainer war. Ihm assistiert Kathrin Fring, die selbst bis zur vorletzten Saison noch spielte. Anne Bartsch und Elisa Matschke haben die Eisbären verlassen. Mit Hanna Amort kam jedoch eine junge Spielerin wieder zurück nach Berlin. Auch eine Importstelle ist bei den Berlinerinnen durch die US-Amerikanerin Stephanie Keryluk besetzt.

Christian Künast: „Die Eisbären haben einige Spielerinnen verloren. Sie werden mit einer jungen Mannschaft in die Saison gehen. Interessant zu sehen wird sein, ob und wie es die jungen Spielerinnen schaffen, Verantwortung zu übernehmen.“

ECDC Memmingen

Das Frauen-Eishockey in Memmingen erlebte in seinen Anfängen einige Höhen und Tiefen – mit Aufstiegen und finanziell bedingten Abstiegen. Seit 1997 spielt der ECDC durchgehend in Deutschlands höchster Spielklasse und kann in der jüngeren Vergangenheit seine größten Erfolge aufweisen. Insgesamt konnte Memmingen drei deutsche Meisterschaften, viermal den DEB-Pokal sowie einmal den EWHL-Supercup gewinnen.

Personell gab es wenig Veränderung. Nationalspielerin Anne Bartsch kam von den Eisbären Juniors Berlin nach Memmingen. Mit Savannah Rennie von der Syracuse University (NCAA) soll der Abgang der letztjährigen Importspielerin Lenka Serdar kompensiert werden.

Christian Künast: „Es bleibt abzuwarten, ob die Mannschaft so stark sein wird wie letztes Jahr. Es hängt davon ab, wie sich die personellen Veränderungen auswirken, auch wenn sie nur geringfügig waren.“

ERC Ingolstadt

Beim ERC Ingolstadt wurde die Frauenmannschaft im Jahr 1999 gegründet. Mit der Bayerischen Meisterschaft 2012 gelang der Aufstieg in die erste Liga. Der größte Erfolg dort war die Vizemeisterschaft 2017.

Im Kader von Trainer Christian Sohlmann gab es einige Veränderungen. Nach Planegg wechselten Kristin Schmid und Sybille Kretzschmar, nach Berlin zog es Hanna Amort. Auf der anderen Seite konnten sich die ERCI-Frauen die Dienste von Nationalspielerin Marie Delarbre sichern. Elisa Matschke kehrte nach zwei Jahren aus Berlin zurück zu den Donaustädtern. Jule Schiefer und Lena Düsterhöft, die beide schon Erfahrung in Übersee gesammelt haben, komplettierten die Neuzugänge.

Ingolstadt bestritt ein Testspiel gegen die U20-Mannschaft der Black Bears Freising und gewann mit 8:3.

Christian Künast: „Für mich ist Ingolstadt der Geheimfavorit im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Sie betreiben große Anstrengung, um endlich den großen Wurf zu schaffen. Es bleibt aber spannend, ob sie es auch schaffen, das auf dem Eis umzusetzen.“

Mad Dogs Mannheim

Seit 2014 tritt die Mannschaft unter dem Namen „Maddogs“ in der Frauen-Bundesliga an. Auch davor spielte die Mannschaft schon in der Bundesliga, jedoch unter dem Namen „Kurpfalz Ladies“.

Bei den Mad Dogs gab es im Sommer einige Veränderung. Sieben Abgängen standen acht Zugänge gegenüber. Allen voran der Abgang der Importspielerin Theresa Knutson schmerzte, die nun in die NWHL, die höchste Spielklasse in Nordamerika, gewechselt ist. Kompensiert werden soll dieser Verlust durch zwei neue Import-Spielerinnen: Mathilde de Serres aus Kanada und die US-Amerikanerin Alex Woken, die schon zwei WM-Goldmedaillen mit der U18 der USA gewonnen hat, sollen die Lücke schließen. Zudem wurde mit Sarah Weyand eine 111-malige Nationalspielerin verpflichtet. Wie Weyand spielte auch Laura Brückmann letzte Saison bei der Düsseldorfer EG. Mit einer Doppellizenz ausgestattet kann in der kommenden Saison Torhüterin Svenja Laue sowohl für die U17 in Krefeld als auch für die Maddogs spielen.

Christian Künast: „Die Mad Dogs sind letztes Jahr sehr gut gestartet. Am Ende ist ihnen dann leider die Puste ausgegangen. Dieses Jahr traue ich es ihnen auf jeden Fall zu, um die Play-Offs mitzuspielen.“

KEC „Die Haie“

Das Fraueneishockey in Köln entwickelte sich 1995 mit der Gründung der Cologne Brownies, die ab 1997 am Spielbetrieb teilnehmen. Seit dem 1. Januar 2017 tritt das Team in den Farben des KEC an. Im ersten Jahr im KEC-Dress gelang sofort die Meisterschaft der 2. Liga Nord. In der abgelaufenen Saison glückte dies wieder, woraufhin Köln nach dem Ausscheiden Düsseldorfs den Aufstieg wahrgenommen hat. Insgesamt hat der KEC vier Teams im Spielbetrieb – in der Bundesliga, der 2. Liga Nord, Landesliga NRW und der Bezirksliga NRW.

Christian Künast: „Der Aufsteiger ist die große Unbekannte in der Liga. Es wird interessant zu sehen, wie die Mannschaft es schafft, sich in die Liga zu integrieren und an das Spiel anzupassen.“

Die Spiele am ersten Wochenende:

17.10.2020: ERC Ingolstadt – KEC „Die Haie“

17.10.2020: Mad Dogs Mannheim – ESC Planegg (abgesagt)

17.10.2020: EC Bergkamen – ECDC Memmingen

18.10.2020: ERC Ingolstadt – KEC „Die Haie“

18.10.2020: Mad Dogs Mannheim – ESC Planegg (abgesagt)

18.10.2020: EC Bergkamen – ECDC Memmingen

Die Partien der Mad Dogs Mannheim – ESC Planegg wurden kurzfristig abgesagt.

Top