Interview mit Jenny Harß

24 Juli 2019

(Interview) (Christian Diepold) Jenny Harß zählt seit Jahren zu den besten Torhüterinnen in Deutschland und spielte bislang bei den Männern in der Oberliga (Sonthofen) und aktuell beim EHC Königsbrunn in der Bayernliga. Die 31-jährige Allgäuerin kann auch auf 8 Weltmeisterschaften und auf zwei Olympische Spielen (2006, 2014) im DEB Trikot zurückblicken.  

 

Jenny Harß wurde in Füssen geboren und durchlief die Jugendabteilung ihres Heimatverein bis Sie im Jahr 2009 nach Amerika an die Minnesota Duluth University wechselte. Dort wurde Sie schnell zu eine der besten Torhüterinnen in der NCAA und konnte auch im Jahr 2010 die Meisterschaft feiern. Nachdem Sie das Studium 2012 abgeschlossen hatte kam Jenny zurück nach Deutschland und spielte 15 Mal für Königsbrunn in der Bayernliga.

Die Sportsoldatin (Bund Fördergruppe Eishockey) wechselte dann für 5 Jahre nach Sonthofen, wo sie in der Oberliga und in der Bayernliga aktiv war. Zu Saisonbeginn 2018/2019 ist Sie erneut beim EHC Königsbrunn (Bayernliga) unter Vertrag, kam bislang verletzungsbedingt aber nur auf 9 Einsätze.

Für die deutsche Eishockey Nationalmannschaft der Frauen nahm Jenny bislang an 8 Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spiele (2006, 2014) teil und war beim "Cinderlla Märchen" bei der WM 2017 in Amerika mit ihren herausragenden Leistungen maßgeblich am Erreichen des 4. Platzes beteiligt.

 

eishockey-online.com hat sich mit Jenny Harß zum Interview getroffen:


Jenny, Du hattest letztes Jahr im Februar einen Kreuzbandriss erlitten und musstest bis zum Dezember pausieren. Mittlerweile  hast Du einige Spiele bestritten, wie fühlst Du Dich?

Jenny Harß: Ich fühle mich ganz gut und bin mit dem aktuellen Zustand des Knie ganz zufrieden, natürlich zwickt es hier und da manchmal, aber es wird von Tag zu Tag besser und vor allem bin ich wieder 100% einsatzfähig und das ist am Wichtigsten.

 

Wie seid ihr mit der Saison in Königsbrunn zufrieden? Wie ist es aus Deiner persönlichen Sicht?

Jenny Harß: Unser Hauptziel war in der Hauptrunde unter die ersten acht zu kommen und damit an der Verzahnungsrunde teilzunehmen, das haben wir geschafft und sind sehr zufrieden. In der Verzahnungsrunde ist es für uns schwierig, auch deswegen weil wir einige Ausfälle hatten und die Gegner sehr stark sind.

Es war natürlich mit der langen Verletzungspause ein schwieriges Jahr für mich, aber ich bin hier in Königsbrunn sehr gut aufgenommen worden und spiele sehr gerne hier. Ich hätte nichts dagegen gehabt wenn es ein paar Sieg mehr geworden wären :-).


Für die Frauennationalmannschaft nimmst Du im April 2019 in Finnland an Deiner 9. Weltmeisterschaft teil, was erwartet Euch bei der WM?

Jenny Harß: Ich hoffe natürlich, dass ich in Finnland dabei bin. Die Teams im internationalen Fraueneishockey sind in den letzten Jahren etwas enger zusammengerückt, daher erwarten uns schwere und anspruchsvolle Spiele in der Vorrunde. Auf jeden Fall werden wir unser Bestes geben.


Du warst ein Garant beim „Cinderella Märchen“ bei der WM 2017 in Amerika, wo ihr im Spiel um Bronze gegen Finnland verloren habt. Das bislang beste Ergebnis in der Geschichte des deutschen Fraueneishockeys. Wir war diese Eishockey Weltmeisterschaft?

Jenny Harß: Es war ein herausragendes Erlebnis für uns und auch für mich, wenn man so weit kommt, dann möchte man natürlich auch eine Medaille gewinnen, doch Finnland war einfach zu stark, aber dennoch waren es tolle Spiele bei der Eishockey WM in Amerika. An diese Leistungen müssen wir anküpfen und uns weiterentwickeln.

 

Kannst Du uns etwas über den neuen Bundestrainer Christian Künast berichten?

Jenny Harß: Christian Künast war bei dem Turnier in Russland zum ersten Mal dabei und man merkt natürlich Unterschiede, jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, jedoch gab es bislang noch nicht viele Gelegenheiten und wir und er brauchen einfach etwas Zeit. Auf jeden Fall ist er ein sehr guter Trainer, soviel kann ich sagen.


Torhüter sind ja für ihre Maske bekannt, wie ist das bei Dir. Behältst Du alle Masken, was ist aktuell darauf zu sehen?

Jenny Harß: Die Maske ist natürlich für uns Torhüter ein ganz besonderes Stück, weil man diese besonders designen kann. Ich behalte meine Masken. Auf der aktuellen, die in schwarz-rot-gold gestylt ist befinden sich der Adler, meine Nummer, ein Jenny-Schriftzug und ein bisschen Glitzer drauf.


Wir haben gelesen, dass Du den Yoga-Trainerschein gemacht hast, könnte das die Karriere nach der Eishockeykarriere sein?

Jenny Harß: Das ist richtig, es könnte definitiv etwas sein, was ich nach meiner Karriere machen könnte. Ich habe aber auch einen Abschluss im Marketingstudium gemacht und deswegen muss man einfach sehen was daraus entsteht.  Es bereitet mir sehr viel Spaß und ist auch ein sehr guter Ausgleich zum Eishockey. Auf jeden Fall tut es dem Körper sehr gut, gerade die Übungen für die Hüfte sind für uns Goalies sehr wichtig.

 

jenny harss2014 klein

 

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