WM-Tagebuch von Noemi Ryhner - Teil 2: Abreise, Bubble Live und „Normalität“ zurück

29 August 2021
Blick aus Noemis Hotelzimmer auf Calgary Bild: privat

(Tim Sinzenich) In Teil 2 ihres WM-Tagebuchs schildert Noemi Ryhner, was sie von ihrer Abreise in Zürich bis zum ersten WM-Spiel erlebt hat.

WM Tagebuch Bubble

Unsere Reise begann am 10.08.2021 um 8:30 in Zürich. Wir fuhren mit dem Bus nach München, wo wir einen Charter-Flug hatten mit Deutschland, Tschechien, Ungarn und uns (Schweiz). Wir hatten einen 10-Stunden-Flug. Ich habe mich den ganzen Flug lang mit diversen Sachen beschäftigt, wie z. B Mario Kart auf der Nintendo Switch, Uno am Boden, Netflix-Serien und Musik. So wurde mir nie langweilig :-D.

Wir kamen um 17.00 in Calgary an, danach wurden wir mit dem Bus ins Hotel transferiert. Gleich bei der Ankunft mussten wir einen Corona Test machen und dann direkt ins Zimmer. Anzumerken ist, dass auf die strikte Einhaltung der Corona Massnahmen sehr geachtet wird; man muss wirklich das Einhalten des 1,5 bis 2 Meter-Abstands streng beachten.

Bubble Live:

Wir haben eine tägliche Quarantäne-Routine, damit es uns auch nicht zu langweilig wird und wir uns fit halten.
Ein Tag in der Bubble sieht für das Schweizer Team wie folgt aus:

7:30 Morning Meeting
8:00 Frühstück
9:30 – 11.00 Zoom-Workout 1
12:00 Lunchtime

Break

14.00 -15:15 Zoom-Workout 2

Break

17.00 Team Meeting System
18:00 Dinner
19:00 Team Activity

A DAY IN THE BUBBLE

Speziell zu erwähnen ist, dass wir ein Tracking-Armband tragen müssen, und das die ganze Zeit. Wir mussten dieses mit einer App verbinden. Und nun werden wir getrackt, falls wir die 2 Meter Abstand nicht einhalten. Und damit man im Falle eines positiven Corona Falls nachverfolgen kann, mit wem wir nahen Kontakt hatten und die betroffene Person dann in die Quarantäne muss.

Es ist sehr speziell und teilweise halt auch unvorstellbar, dass dies möglich ist. Auf dem Eis, der Spielerbank, in der Garderobe oder auch beim Transfer mit dem Bus sind diese 2 Meter Abstand fast unvorstellbar einzuhalten. Aber schlussendlich sind wir wegen des Sports hier und dürfen uns nicht zu fest mit diesen Vorschriften beschäftigen, sondern die einfachen, kleinen Basics einhalten. Wie z.B. Hände desinfizieren, Maske tragen und Sachen wie Umarmungen, Fist Bumps etc. vermeiden.

2-tägige Team Quarantäne:

Nach 5 Tagen Quarantäne durften wir das Zimmer das erste Mal verlassen, jedoch immer noch mit Einschränkungen. Wir hatten zwei Tage noch „strengere“ Regeln, das heisst: Die Essenszeiten, Physio-Slots und Gym-Slots waren in zwei Gruppen eingeteilt, und man durfte sich nur immer mit der gleichen 4er-Gruppe an den Tisch setzen.

Auf dem Eis hatten wir keine Einschränkungen, und in der Garderobe bestand Maskenpflicht. Es war aber einfach schön, wieder draussen zu sein, sich richtig bewegen und Leute zu sehen. Die Vorfreude war natürlich gross, wieder aufs Eis zu gehen. Das erste Training verlief sehr gut, das Einzige womit ich Mühe hatte, war der trockene Hals, das hat natürlich mit der Luft zu tun.

Wir hatten auch diverse Covid-19-Tests, bei der Ankunft, nach der Quarantäne sowie auch nach der Team Quarantäne und vor Beginn der Weltmeisterschaft.

„Normalität“ zurück, kurz vor WM Start

Nach der zweitägigen Quarantäne kam ein bisschen die Normalität zurück, und wir durften wieder als Team essen, jedoch immer noch in den gleichen 4er-Gruppen, und Maskenpflicht bestand natürlich überall. Ausnahme war in der Warm-Up-Zone, ansonsten mussten wir sie immer tragen.

Wir hatten in der Vorbereitung noch ein Testspiel gegen Tschechien, dies war ein sehr gelungener Start. Wir haben das Spiel mit viel Kampf und Effort gewonnen. Dies hat uns sicher ein gutes Gefühl gegeben, um in die WM zu starten.

Teil 1: WM-Start und Ausblick aufs Viertelfinale

Teil 3: Behind the scences Womens Worlds

 

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