WM-Tagebuch von Noemi Ryhner - Teil 3: Behind the scences Womens Worlds

01 September 2021
SIHF

(Tim Sinzenich) Im dritten Teil ihres WM-Tagebuchs gewährt Noemi Ryhner einen Blick hinter die Kulissen nach der Einzelquarantäne, und berichtet unter anderem, welche Freiheiten hinzugekommen sind und welche Beschränkungen fortbestehen.

Diese Weltmeisterschaft ist definitiv eine die man nie vergessen wird. Wir haben hier sehr spezielle Umstände wegen der ganzen Pandemie. 5-tägige Quarantäne nach Ankunft in Calgary, danach folgte eine zweitägige Teamquarantäne, und dann fing die Weltmeisterschaft bereits an. Im August Eishockey spielen, ohne Spielpraxis, komisch? Klar, jedoch haben wir den ganzen Sommer hart trainiert, alle Teams haben die gleichen Voraussetzungen. Somit ist es noch viel spannender, man ist frischer, da man keine Saison davor hatte. Ich denke es hat eine Menge Vorteile.

Zu den Umständen hier in Kanada, Calgary: Sicherlich sehr speziell ist es, dass wir alle Einzelzimmer haben, dies hat man normal nie. Zu dem kommt hinzu, dass man sich nicht aus der Bubble bewegen darf. Wir können nicht einmal nach draussen gehen für einen Spaziergang, dies ist nicht erlaubt. Kontakte zu anderen Teams/ Ländern ist leider auch nicht erlaubt. Dinge die bei einer „normalen“ WM nie in Frage gestellt werden müssten. Es ist wirklich schade, dass man die Stadt nie besichtigen kann, das gehört normalerweise zu einer Weltmeisterschaft. Jedoch verzichten wir Spielerinnen alle gerne darauf und sind einfach froh, wieder einmal auf einer grossen Bühne zu stehen. Auch der Kontakt zu anderen Nationen war normal, diesen dürfen wir leider nicht haben. Es ist eine zu grosse Gefahr, obwohl wir uns alle in der gleichen Bubble bewegen. Der Aufzug darf auch nicht geteilt werden, es dürfen nur Leute der gleichen Nation rein. Aber auch hier, wir sind einfach froh zu spielen.

Trotz all dieser Umstände habe ich das Gefühl, dass bei dieser WM auch viel weniger Freizeit zur Verfügung steht wie normal. Ich weiss nicht wieso, es kann sein dass es wegen der strikten Zeiten und des doch eher „längeren“ Weges zur Eishalle. ist (30 Minuten).

Was man auch nicht vergessen darf: Das Stadion ist leer aufgrund der Covid-Vorschriften. Normalerweise würde hier in Kanada die Halle gefüllt sein. Dies ist sicherlich sehr schade, denn mit Fans zu spielen gibt dir gleich nochmals einen extra „Boost“. Aber nicht zu vergessen, unsere zwei Spielerinnen die nicht spielen können (überzählig) machen andauernd „Lärm“ in der Eishalle, sie trommeln den ganzen Match durch mit ihren Schlittschuh-Schonern. Dies ist eine sehr schöne und einzigartige Geste, was wir als Team sehr schätzen.

Im Team selber folgten nach der Teamquarantäne nicht mehr sehr spezielle Einschränkungen. Wir durften wieder mit allen an den Tischen sitzen und konnten auch wieder Spiele zusammenspielen, unter der Beachtung der Maskenpflicht. Aber auch dies nehmen wir gerne in Kauf und sind froh einfach nicht den ganzen Tag im Zimmer zu sitzen. Natürlich sollte der Abstand so gut wie möglich auch eingehalten werden.

Zu den Trackern, diese haben wir die ganze Zeit am Handgelenk, ausser auf dem Eis. Zum Glück brauchten wir diese noch nie. Die Tracker würden melden, wenn eine Person zu nahe bei einer „positiv“ getesteten Person gewesen wäre. Dies war zum Glück noch nie der Fall 

Es ist sehr speziell zu sagen oder zu glauben. Aber neben dem ganzen Tagesprogramm bleibt mir nicht besonders viel Zeit für andere Dinge... Falls ich diese mal habe, telefoniere ich gerne Nachhause an, wenn es vom Zeitlichen her klappt. Und ansonsten spielen wir oft eine Runde Mario Kart im Meeting-Raum.

Teil 1: WM-Start und Ausblick aufs Viertelfinale

Teil 2: Abreise, Bubble Live und „Normalität“ zurück

 

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