Interview mit Nationalstürmerin Resi Wagner - Teil 1: "Wir haben alles reingeschmissen was wir haben"

06 September 2021

(Tim Sinzenich) Die vergangenen anderthalb Jahre waren auch für Nationalstürmerin Theresa „Resi“ Wagner (ERC Ingolstadt Frauen) geprägt von Entbehrungen und Einschränkungen. Im Interview blickt sie auf die Weltmeisterschaft persönlich und aus Sicht des Teams zurück. Und erzählt, was sie aus dem Turnier für die bevorstehenden Wettbewerbe mitnimmt.

Resi, wir erreichen Dich noch in Calgary. Fliegt man nicht üblicherweise schnell wieder zurück, wenn man nicht mehr spielt?

Resi Wagner: Bedingt durch die Corona-Situation und die Tatsache, dass wir einen Charterlug hin und zurück gebucht haben, bei dem wir mit anderen Mannschaften und dem IIHF-Staff zusammen fliegen, können wir erst am morgigen Mittwoch, wenn das Turnier abgeschlossen ist, wieder zurück.

Wie verbringt ihr die restliche Zeit bis zum Abflug? Geht Ihr locker auf dem Eis trainieren, oder ist wieder Quarantäne wie nach der Ankunft angesagt?

Resi Wagner: An der Bubble-Situation hat sich für uns nichts geändert. Wir dürfen nach wie vor das Hotel beziehungsweise die Eishalle nicht verlassen, weil die Bubble erst endet, wenn wir am Flughafen München quasi zu Hause wieder ankommen. Wir haben seit unserem letzten Spiel kein Training mehr gehabt. Gestern waren wir in der Eishalle und haben unsere Sachen gepackt, weil sie gestern im Anschluss schon zum Flughafen gebracht wurden. Und wir haben uns noch das Halbfinale USA-Finnland angeschaut. Wir haben zwar die Möglichkeit, die Spiele noch anzuschauen, aber die meiste Zeit verbringen wir hier im Hotel. Die meisten von uns wollen sich das Finale aber noch anschauen.

Ihr habt aber nicht mehr die total eingeschränkte Situation wie in den ersten fünf Tagen, dass Ihr alleine auf dem Zimmer seid? Könnt Ihr Euch teamintern schon begegnen, wie während des Turniers?

Resi Wagner: Es ist keine Einzel-Quarantäne mehr wie zu Beginn, aber es gelten noch die Regeln, dass man Grüppchen so gut es geht vermeiden soll. Natürlich dürfen wir zusammen essen, aber Teamaktivitäten sind in der aktuellen Situation leider nicht drin. Wir sind jetzt seit einigen Wochen so viel eingeschränkt, da kommt es auf die paar Tage auch nicht mehr an.

Klar hätten wir hier gerne mal etwas angeschaut, aber es geht halt einfach nicht. Vor allem ist über das ganze Turnier jeder negativ getestet worden. Das zeigt, dass wir sehr diszipliniert waren, und das zahlt sich auch aus.

Hast Du Dir andere Spiele zumindest im Fernsehen anschauen können?

Resi Wagner: Die Spiele wurden größtenteils auf TSN übertragen, was ich sehr cool finde. Und da könnte sich Deutschland auch mal eine Scheibe von abschneiden. Ich muss sagen, ich habe nicht viel angeschaut, weil ich mehr versucht habe, mich auf uns und mich selbst zu konzentrieren. Aber hin und wieder mal, wenn ein bisschen Zeit war, habe ich reingeschaut.

Was hat Dich vielleicht überrascht oder beeindruckt?

Resi Wagner: Für mich waren – in Anführungszeichen – die größte Überraschung die Tschechinnen, die hätte ich persönlich eigentlich nicht so stark erwartet. Sie haben ein brutales Turnier gespielt. Ich hätte nicht gedacht, dass sie am Ende auf Platz 7 landen.

Kommen wir zu Deiner sportlichen Bilanz: Erste A-WM, erstes Tor. Wie zufrieden bist Du persönlich?

Resi Wagner: Klar ist immer noch Luft nach oben, und das ist ja auch gut so. Ich glaube, ich habe mich relativ schnell einfach in das Turnier hereingefunden. Es ist ja dann letztendlich nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten, auch mit den ganzen Verletzten. Das Ganze war sehr unglücklich und nicht optimal, aber ich finde wir haben das Beste versucht. Und ich denke jeder, der sich die Spiele angeschaut hat, hat auch gesehen, dass wir alles reingeschmissen haben was wir haben. Und das ist für mich das, was zählt: Dass keiner den Kopf hängengelassen hat.

Der zweite Teil unseres Interviews mit Resi spannt den Bogen von den beiden letzten Spielen, dem Viertelfinale gegen Kanada und dem Plazierungsspiel gegen Russland zur Olympia-Qualifikation.

  • Sponsor & Partner:

    DEB Logoeishockey-online.com ist Partner & Sponsor des DEB und vermarktet die Original Gameworn Eishockeytrikots der Nationalmannschaft, welche im SHOP verfügbar sind.

     

Top