„Das Team hat sich nie aufgegeben und war mit voller Leidenschaft dabei“

10 September 2021

(PM DEB) Auf dem achten Platz hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft die 2021 IIHF-Weltmeisterschaft im kanadischen Calgary beendet. Im Interview blickt Bundestrainer Tom Schädler zurück auf knappe Matches und engagierte Teamarbeit – und blickt voraus auf die anstehende Olympia-Qualifikation im November in Füssen.

Tom, ihr seid vor ein paar Tagen aus Calgary zurückgekommen. Wie hast du dein erstes WM-Turnier erlebt?

Tom Schädler: Es war klar, dass es ein Turnier mit vielen Einschränkungen wird. Wir waren froh, dass wir überhaupt spielen konnten. Wir konnten trainieren, die Spiele fanden statt, auch das Testspiel nach der fünftägigen Isolation. Es waren leider keine Zuschauer erlaubt, nur bei den letzten Spielen durften Familie und Freunde in die Halle. Darüber haben sich unsere Deutsch-Kanadierinnen gefreut. Aber auch ohne Zuschauer hatten wir eine gute WM-Stimmung. Die Veranstaltung war gut organisiert, die Bedingungen in der Winsport-Arena waren sehr gut, das Hotel war top, die Verpflegung auch.

Die Spiele haben wir alle noch im Kopf, vor allem das Russland-Spiel, bei dem wir gerne den fünften Platz geholt und die Möglichkeit gehabt hätten, in die A-Gruppe zu kommen. Das wurmt schon noch. Aber jetzt geht es an die Aufarbeitung.

Lass uns die Reise der deutschen Frauen-Nationalmannschaft noch mal Revue passieren: zwei gute Siege zum WM-Auftakt gegen Ungarn und Dänemark, ein knappes Match gegen Tschechien, ein fast dramatisches Spiel gegen Japan. Was ist dein Fazit zur Vorrunde?

Tom Schädler: Durch die Siege in den ersten beiden Matches konnten wir beruhigt weiterspielen. Es war ziemlich schnell klar, dass wir ins Viertelfinale kommen. Gegen Tschechien und Japan hatten wir sehr intensive Spiele. Wir haben uns zwar weiter gesteigert und unsere Abwehr hat gut funktioniert. In der Offensive müssen wir uns weiterentwickeln und in Zukunft mehr Torchancen kreieren.

Nach der Vorrunde kam das Viertelfinale gegen die Kanadierinnen. Wie hast du das Spiel erlebt?

Tom Schädler: Kanada im Viertelfinale war natürlich ein sehr starker Gegner. Sie haben von Anfang an Druck gemacht. Das große Ziel der Kanadierinnen war es, Weltmeister zu werden, was sie letztendlich ja auch geschafft haben. Sie haben mit einem enorm hohen Tempo gespielt. Die Mädels haben alles gegeben: Sie haben sich in die Schüsse geworfen, gut geblockt, das Unterzahlspiel war gut. Das Team hat sich nie aufgegeben und war mit voller Leidenschaft dabei. Und wir wussten, dass es die Platzierungsspiele gibt – die ja in dieser WM neu waren – und dass wir da unsere Chance haben, in die vordere Gruppe zu kommen.

Im Platzierungsspiel waren die Russinnen eure Gegner: Das Spiel war auch denkbar knapp. Wie war das für euch, gerade von der emotionalen Seite?

Tom Schädler: Wir waren alle richtig enttäuscht, nicht wegen unserer Leistung, sondern weil wir nach einem großen Kampf verloren haben. Wir hatten eine riesige Chance, einen Schritt nach vorn zu machen. Klar, die Russinnen waren die Favoritinnen. Aber die Mädels waren mit vollem Einsatz dabei. Nach dem 2:1 haben wir gebrannt und wollten uns das Spiel nicht mehr nehmen lassen. Leider haben wir dann noch zwei Tore kassiert. Am Ende hatten wir noch zwei gute Chancen, bei denen der Puck kurz vor der Torlinie liegen geblieben ist. Da denkst du dir schon: Wieso geht der jetzt nicht die paar Zentimeter weiter? Mit dem achten Platz haben wir unser Minimalziel erreicht, aber es wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Das nächste große Ereignis, die Olympia-Qualifikation im November, steht schon bald an. Kannst du uns ein paar Einblicke geben, welche nächsten Schritte für euch jetzt anstehen?

Tom Schädler: Wir schauen uns die WM-Spiele noch einmal genau an. Mit Dänemark haben wir Quali-Gegnerinnen, die wir von der WM durch Vorbereitungs- und Vorrundenspiel gut kennen. Auch die anderen Spiele der Däninnen werden wir genau analysieren. Gegen Österreich haben wir vor ein paar Monaten das letzte Mal gespielt. Grundsätzlich geht es darum, dass wir uns ordentlich vorbereiten. Wir absolvieren im Oktober noch einen Lehrgang, im November beginnt die direkte Vorbereitung, in der wir auch zwei Spiele gegen Japan angesetzt haben.

Danke für das Gespräch, Tom. Wir wünschen euch viel Glück und Erfolg für die großen Ereignissen der nächsten Monate.

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