Olympia-Gegnercheck: Frauen Italien

Die italienische Frauen-Nationalmannschaft nimmt bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina zum zweiten Mal an einem olympischen Eishockeyturnier teil. Der bislang einzige Auftritt im Jahr 2006, ebenfalls als Gastgeberinnen. Damals belegten die Italienerinnen den achten und letzten Platz im Acht-Nationen-Turnier und blieben ohne Sieg. Olympische oder Weltmeisterschaftsmedaillen konnte Italien bislang nicht erringen. Aktuell belegt die Mannschaft Rang 17 der IIHF-Weltrangliste und schaffte 2025 den Aufstieg in die WM-Division IA.
Als Gastgeber ist Italien automatisch für das Turnier qualifiziert. Der Kader setzt sich aus einer Mischung aus einheimischen Spielerinnen und eingebürgerten Akteurinnen mit nordamerikanischem Hintergrund zusammen und bringt deutlich mehr internationale Erfahrung mit als noch 2006.
Schlüsselspielerinnen / Players to Watch
Im Angriff steht Kristin Della Rovere besonders im Fokus. Die in Ontario geborene Center-Spielerin spielte in der Premierensaison der PWHL für Ottawa Charge und wechselte anschließend nach Italien, um für Italien spielberechtigt zu sein. In der European Women’s Hockey League führte sie die Scorerliste mit 48 Punkten in 20 Spielen an und überzeugte auch bei der Division-1B-WM mit sieben Punkten. Ebenfalls große Bedeutung kommt Kayla Tutino zu, ehemaliger CWHL-All-Star und langjährige Leistungsträgerin auf College- und Vereinsebene, die dem Team Erfahrung und Spielintelligenz verleiht.
Ein weiteres zentrales Offensivtalent ist die 19-jährige Matilde Fantin, die seit ihrem 16. Lebensjahr Teil der A-Nationalmannschaft ist. Sie war beste Scorerin der Division-1B-WM 2024 und sammelte in ihrer Freshman-Saison an der Penn State University bereits wichtige Erfahrungswerte. Ergänzt wird der Angriff unter anderem durch Manuela Heidenberger und Anna Caumo, die auf internationalem Niveau bereits Torgefahr angedeutet haben.
In der Defensive ist Laura Fortino die prägende Figur. Die frühere kanadische Nationalspielerin gewann Olympiagold 2014 und Olympiasilber 2018 und bringt enorme Erfahrung in das italienische Team ein. Gemeinsam mit Kristen Guerriero und Kapitänin Nadia Mattivi, amtierende SDHL-Verteidigerin des Jahres bei Luleå HF, bildet sie den stabilen Kern der Abwehr. Mattivi gilt als eine der besten europäischen Verteidigerinnen und übernimmt eine zentrale Führungsrolle.
Im Tor ist Martina Fedel die klare Nummer eins. Sie war maßgeblich am Aufstieg in die Division IA beteiligt, blieb bei der letzten Weltmeisterschaft in allen Einsätzen ohne Gegentor und überzeugt auch auf College-Ebene in Kanada mit konstant starken Leistungswerten. Die in Calgary, Kanada geborene Gabriella Durante ist Italiens zweite Wahl. Sie konnte sich jedoch im Spiel gegen Schweden nach der Auswechslung von Fedel überzeugen und startete im Spiel gegen Japan. Als Backup steht mit der 20-jährigen Margherita Ostoni ein junges, vielversprechendes Talent als dritte Torhüterin bereit.
Einordnung und Ausblick auf das Duell mit Deutschland
Die Mannschaft zeichnet sich durch großen Zusammenhalt, verbesserte defensive Struktur und einzelne Spielerinnen mit internationalem Top-Niveau aus. Die Kadertiefe bleibt im Vergleich zu den etablierten Nationen jedoch begrenzt. Die Italienerinnen konnten zum Auftakt einen 4:1 Sieg gegen die Olympia-Debütantinnen aus Frankreich feiern. Gegen Schweden konnten die Azzure über weite Strecken stark dagegenhalten, mussten sich aber schlussendlich mit einem 1:6 geschlagen geben. Im Spiel gegen die Japanerinnen zeigten die Italienerinnen eine kämpferische Teamleistung, die mit dem zweiten Sieg in diesem olympischen Turnier belohnt wurde.
Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist Italien ein Gegner, den es mit der nötigen Konzentration und Disziplin zu spielen gilt. Die bisherigen direkten Vergleiche sprechen für Deutschland, unter anderem ein 4:1-Erfolg in der Olympia-Qualifikation 2021 sowie ein 5:2-Sieg bei den Olympischen Spielen 2006. Im Vorrundenspiel am 10. Februar 2026 geht es sowohl für Deutschland als auch für Italien um die Chance ins Viertelfinale einzuziehen.
Italien wird als Überraschungskandidat der Olympischen Winterspiele in Mailand alles daran setzen erstmals die Vorrunde zu überstehen. Für die deutsche Auswahl gilt es, die eigene spielerische Qualität konsequent durchzusetzen und dem Gastgeber frühzeitig die Initiative zu nehmen.
Italien wird als Überraschungskandidat der Olympischen Winterspiele in Mailand alles daran setzen erstmals die Vorrunde zu überstehen. Für die deutsche Auswahl gilt es, die eigene spielerische Qualität konsequent durchzusetzen und dem Gastgeber frühzeitig die Initiative zu nehmen.
Bericht: PM DEB
Foto: DEB
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