Neue Homebase der Frauen: Rundgang mit GM Christine Meier

Die ZSC Lions Frauen haben vor Kurzem ihre neue Homebase in der Swiss Life Arena bezogen und damit ihren ganz eigenen Stadionbereich. Sportchefin Christine Meier führt uns durch die neuen Räumlichkeiten. Ein Rundgang, der zeigt, dass die Homebase viel mehr ist als nur ein Infrastrukturprojekt.

Es riecht nach frischer Farbe, gepaart mit dem Geruch, den man aus jeder Eishockeygarderobe kennt. Wir betreten jenen Bereich, der für die Frauen des ZSC Lions in dieser Saison mehr bedeutet als nur neue Räumlichkeiten. Er ist ein Versprechen und ein Symbol. Sportchefin Christine Meier wartet bereits und lächelt, als sie zur Tür greift. Sie öffnet den Raum, der für die ZSC-Frauen einem Meilenstein gleichkommt.
Kaum ist die Tür offen, wird klar, warum. Die Garderobe wirkt grosszügig. Ein Ort, der Professionalität, aber auch Wohlgefühl ausstrahlt. Jeder Platz ist fix, kein Kramen aus Taschen, kein improvisiertes Verstauen mehr. «Für uns ist das eine riesige Erleichterung», sagt Meier. «Zuvor hatten wir unseren Trocknungsraum im Heuried. Wir mussten unsere Ausrüstung dort lassen, vor jedem Training zuerst dorthin, Taschen holen, danach alles wieder zurückbringen – es war umständlich. Jetzt haben wir einen Ort, der nur uns gehört. Ein Zuhause.»
Sie streicht über einen der nummerierten Plätze, als würde sie selbst noch immer kaum glauben, dass all das real ist. «Die Vorfreude auf die neuen Garderoben war riesig. Die Homebase bedeutet uns sehr viel. Für die Spielerinnen ist es ein klares Zeichen von Wertschätzung, das gibt natürlich zusätzlichen Teamspirit und Motivation.»

Nähe zu den Vorbildern
Wir gehen weiter, in den nächsten Garderobenbereich. Derjenige für die «Girls», den ganz jungen Spielerinnen, die teilweise noch mit den Knaben trainieren und spielen. «Jetzt, wo alles unter einem Dach ist, laufen die Juniorinnen den Spielerinnen der ersten Mannschaft immer mal wieder über den Weg», sagt Meier. «Früher mussten sie immer warten, bis die Knaben umgezogen waren oder sich schon umziehen, bevor alle anderen da waren. Jetzt haben sie nicht nur ihren eigenen Bereich, sondern sind direkt neben der Garderobe der ersten Mannschaft stationiert. Diese Nähe schafft Verbindungen – und Ziele. Sie alle wollen irgendwann auch mal dort sitzen.»
Kleine Änderung, grosser Effekt
Weiter geht es zur Waschstation, einem unscheinbaren, aber entscheidenden Raum. «Das ist für uns komplett neu», erzählt Meier. «Wir haben jetzt einen Wäschedienst. Auch das erleichtert unseren Alltag enorm. Früher mussten wir so viel selbst organisieren, jetzt können wir uns wirklich auf das Wesentliche, aufs Eishockey, konzentrieren.» Wie entscheidend solche Details sind, merkt man ihrem Ton an. Professionalisierung entsteht oft nicht durch grosse, sondern durch viele kleine Verbesserungen.
Wo tausende Pucks fliegen
Ein paar Schritte weiter wird es schon bald hallen: der Schussraum. Ein langer, gut gepolsterter Bereich mit Toren und Pucks in Eimern. Die Fertigstellung dauert allerdings noch einen Moment. «Der Raum ist für die ganze Organisation», sagt Meier und unterstreicht dessen Wichtigkeit: «Wenn junge Kanadierinnen oder Amerikanerinnen zu uns kommen, dann haben die immer eines gemeinsam. Sie können schiessen. Da merkt man einfach, dass sie unseren Spielerinnen einige Übungsstunden voraushaben. Denn Schiessen hat extrem viel mit Übung zu tun. Wie viele Pucks hast du in deinem Leben schon aufs Tor geschossen? Das ist entscheidend.» Bald können die Spielerinnen jederzeit an ihrer Technik arbeiten. «Das macht einen Unterschied. Einen grossen sogar», so Meier weiter.
Alles unter einem Dach
Der Rundgang führt uns durch den Kraftraum, ausgestattet mit modernsten Geräten, dann ins Coaches-Büro, in dem Analysen, Gespräche und Pläne entstehen. Alles liegt nah beieinander. «Diese Nähe hilft enorm», erklärt Meier. «Wir können uns besser auf Trainings und Spiele vorbereiten. Für die Frauen bedeutet das nicht nur Effizienz, sondern auch das Gefühl, endlich vollständig in der Organisation verankert zu sein.»
Mehr Mädchen für den Sport
Die neue Infrastruktur soll nicht nur das Team stärken, sondern auch Nachwuchs anziehen. «Wir tragen unsere Spiele in der Swiss Life Arena aus, haben super Eiszeiten für unsere Trainings und bestmögliche Rahmenbedingungen. Jetzt ist alles da», sagt Meier. «Das hilft uns, noch mehr Mädchen zum Eishockey zu bringen.»
Doch mit besseren Bedingungen wächst auch der Druck. Es liege jetzt an den Spielerinnen, auch etwas aus diesen tollen Rahmenbedingungen zu machen. Denn mit den neuen Möglichkeiten sei natürlich auch die Erwartungshaltung gestiegen.

Ein Dank – und ein Blick nach vorne
Zurück beim Startpunkt unseres Rundgangs durch die neue Homebase der Frauen bleibt Meier kurz stehen. «Ein grosses Dankeschön geht an die gesamte Organisation und an alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben», sagt sie. «Das ist alles andere als selbstverständlich. Nun sind wir bereit für den nächsten Schritt – sportlich und als Team.» Diese Saison sei eine Übergangssaison, erklärt sie noch. Das grosse Ziel: die Playoffs.
Mit einem letzten Blick in die neue Homebase wird klar: Dieser Ort ist mehr als ein Infrastrukturprojekt. Er ist ein neues Kapitel. Und ein Versprechen für die Zukunft des Fraueneishockeys. Nicht nur in Zürich.
Facts & Figures
Die neue Homebase der ZSC Lions Frauen setzt ein klares Zeichen in Sachen Professionalität, das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Das Herzstück bildet die grosszügige Hauptgarderobe mit 58 m², ausgestattet mit fixen Plätzen für das gesamte Team. Direkt daneben liegt die 40 m² grosse Garderobe für die Girls, die den Nachwuchs näher denn je an die erste Mannschaft rückt. Ebenfalls 40 m² misst der topmoderne Kraftraum, in dem Kraft- und Athletiktraining nun unter optimalen Bedingungen stattfinden. Ein Highlight ist der 138 m² umfassende Schussraum: ein Ort, an dem jederzeit individuell an der eigenen Technik gefeilt werden kann. Abgerundet wird die Infrastruktur vom 12,5 m² grossen Trainerbüro, dem Zentrum für Planung und Analyse.
Bericht: PM ZSC Lions Frauen
Fotos: ZSC Lions Frauen
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