Olympia-Gegnercheck: Alles Wichtige zum Frauen-Team von Kanada

Die kanadische Frauen-Nationalmannschaft ist mit fünf Olympiasiegen das erfolgreichste Team der Olympischen Eishockeygeschichte. Kanada geht bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina jedoch ungewohnt nicht als Favorit ins Turnier. Erstmals seit vielen Jahren reist das Team als Herausforderer hinter den USA an, nachdem die jüngste Rivalry Series deutlich verloren ging (vier Niederlagen, 7:24 Tore).
Cheftrainer Troy Ryan setzt auf große Erfahrung: 16 Spielerinnen aus dem Olympiasiegerteam von Peking 2022 stehen erneut im Aufgebot, zudem gehörten 20 Akteurinnen zum Silberteam der Weltmeisterschaft 2025. Der Kader besteht ausschließlich aus Spielerinnen der PWHL und vereint Routine, Tiefe und internationale Klasse.
Der Turnierstart verlief überzeugend: Kanada gewann das Auftaktspiel souverän mit 4:0 gegen eine kämpferische Schweiz. Es folgte ein dominanter 5:1-Erfolg gegen Tschechien. Im Prestigeduell mit den USA musste das Team jedoch eine deutliche 0:5-Niederlage hinnehmen. Das aufgrund der Norovirus-Fälle in Team Finnland verschobene Spiel konnten die Kanadierinnen allerdings mit einem 5:0 für sich entscheiden.
Schlüsselspielerinnen / Players to Watch
Im Angriff bleibt Marie-Philip Poulin die zentrale Figur. Die Kapitänin ist seit Jahren das Gesicht des kanadischen Eishockeys. Allerdings musste Poulin im Spiel gegen Tschechien mit einer Unterkörperverletzung vom Eis und verpasste das anschließende Duell mit den USA. Ihr Gesundheitszustand ist damit ein entscheidender Faktor für den weiteren Turnierverlauf.
Neben Poulin tragen erfahrene Kräfte wie Laura Stacey, Natalie Spooner, Brianne Jenner, Blayre Turnbull, Emma Maltais und Sarah Nurse die Offensive. Mit Sarah Fillier verfügt Kanada über zusätzliche Abschlussqualität, während Daryl Watts als eine der punktstärksten Spielerinnen der PWHL für Dynamik sorgt.
Mehrere Akteurinnen feiern in Mailand ihr Olympiadebüt: Stürmerinnen Kristin O’Neill, Julia Gosling, Jenn Gardiner, Daryl Watts und Verteidigerinnen Kati Tabin und Sophie Jaques stehen erstmals bei Olympischen Spielen im Aufgebot. Torhüterin Kayle Osborne ist ebenfalls Olympia-Debütantin, wartet jedoch noch auf ihren ersten Einsatz im Turnier.
In der Defensive sind Renata Fast und Ella Shelton tragende Säulen. Fast, amtierende PWHL-Verteidigerin des Jahres, prägt das Umschaltspiel, während Shelton in Über- und Unterzahl wertvoll ist. Mit Jocelyne Larocque bringt Kanada enorme Routine ein, ergänzt durch Erin Ambrose, Claire Thompson, Sophie Jaques und Kati Tabin, die Mobilität und Spielkontrolle gewährleisten.
Im Tor ist Kanada hochklassig besetzt. Emerance Maschmeyer startete beim 4:0 gegen die Schweiz direkt mit einem Shutout. Gegen Tschechien erhielt Ann-Renée Desbiens den Vorzug und stand auch im Spiel gegen die USA zwischen den Pfosten, ehe sie in der 52. Minute durch Maschmeyer ersetzt wurde. Beide zählen zu den stärksten Torhüterinnen der PWHL und geben Kanada große Stabilität.
Besondere Verbindungen im direkten Vergleich
Das Duell bietet mehrere direkte Teamkonstellationen aus der PWHL:
Nina Jobst-Smith trifft auf ihre Teamkolleginnen aus Vancouver: Jenn Gardiner, Sarah Nurse, Sophie Jaques, Claire Thompson und Emerance Maschmeyer.
Auch Sandra Abstreiter steht bekannten Gesichtern gegenüber: Mit Marie-Philip Poulin, Laura Stacey, Erin Ambrose, Kati Tabin und Ann-Renée Desbiens spielen gleich mehrere ihrer Montreal-Teamkolleginnen im kanadischen Kader.
Einordnung und Ausblick auf das Duell mit Deutschland
Kanada bringt enorme Erfahrung, Kadertiefe und individuelle Klasse mit. Gleichzeitig hat die deutliche Niederlage gegen die USA gezeigt, dass das Team verwundbar ist, insbesondere, wenn Schlüsselspielerinnen fehlen oder die offensive Effizienz nicht stimmt.
Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bedeutet ein Duell mit Kanada höchste defensive Disziplin und konsequentes Umschaltspiel. Kanada dominiert in der Regel Puckbesitz und Tempo, doch kompakte Strukturen können das Spiel verlangsamen. Zudem bietet die personelle Tiefe zwar Qualität, aber auch neue Konstellationen durch mehrere Olympiadebütantinnen.
Kanada ist klarer Medaillenkandidat, Deutschland muss sich auf ein physisches und schnelles Spiel einstellen. Ob es für die Kanadierinnen zur erfolgreichen Titelverteidigung reicht, hängt maßgeblich von der Fitness der Führungsspielerinnen, der Stabilität im Tor und einem möglichen erneuten Aufeinandertreffen mit den USA ab.
TV-Hinweis
Die Begegnung wird im Free-TV bei ARD und Eurosport gezeigt. Zudem in voller Länge im Sportschau-, Sportstudio- und Eurosport-Livestream.
Bericht: PM DEB
Foto: DEB
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