Deutschland verpasst Olympia-Qualifikation mit wertlosem Sieg nach Penaltyschießen

Nov 14, 2021 | Nationalmannschaft

Trotz verbesserter Leistung und eines überzeugenden Mitteldrittels kann das deutsche Fraueneishockey-Nationalteam die Reise nach Peking abhaken. Ein Sieg nach Penaltyschießen reichte nicht gegen die Däninnen, welchen die Qualifikation für die Olympischen Spiele nicht mehr zu nehmen ist.

Wie am Vortag gegen Italien hütete Franzi Albl das deutsche Gehäuse. Die erste Offensivaktion ging von Deutschland aus, ehe Dänemark ins Spiel kam. Die deutsche Auswahl spielte erkennbar engagierter als gegen Österreich. Auch das erste Powerplay der Partie ging an Deutschland, leider fehlte es weiterhin an wirklicher Gefährlichkeit.

Positiv fiel nicht nur in Überzahl auf, dass immer wieder eine deutsche Stürmerin sich vors Tor stellte und zur entsprechenden schweren Arbeit bereit war. Die Däninnen hielten ihre Gegnerinnen aber immer wieder an der Bande und betrieben gutes Forechecking.

Eine starke deutsche Phase gab es um die 15. Minute mit einem guten Schlagschuss und Sprint von Lilli Welcke. Dänemark hatte ebenfalls einige Gelegenheiten. In der 17. Minute ging ein Schlagschuss übers deutsche Tor.

Die erste gefährliche Szene des Mitteldrittels war ein dänischer Schlagschuss, hörbar von Albls Schoner abgewehrt. Die Gastgeberinnen erhöhten mehr und mehr den Druck. Dänemark hielt zunächst gut dagegen, doch die Deutschen setzten die Gäste immer wieder in ihrem Drittel fest. Fehlte in der 26. Minute noch eine deutsche Stürmerin vor dem Tor zum möglichen Tor, machte Tanja Eisenschmid zwei Minuten später alles richtig und nutzte einen Puck, der als Abpraller ein Schlagschusses von der Bande begann.

Dem Powerbreak knapp voraus ging ein dänisches Foul, und dieses Mal platzte endlich der Knoten im Powerplay der wild entschlossenen Deutschen. Bernadette Karpf spielte einen präzisen Pass durch die Box zu Lilli Welcke, die von links aus spitzem Winkel mustergültig ins rechte Eck zur verdienten 2:0-Führung zielte (im Bild).

Einen kleinen Rückschlag gab es in der letzten Minute des Mitteldrittels mit einem ebenfalls sehenswerten wuchtigen Schlagschuss von Marlene Frandsen zum 2:1-Anschlusstreffer, bei dem Franzi Albl machtlos war.

Dänemark nahm den Schwung des Anschlusstreffers mit ins Schlussdrittel, und das Spiel war wieder ausgeglichener. Einen super Save musste Franzi Albl in der 43. Minute auspacken. In der 47. Minute eine deutsche Überzahl, die gefährlichste Gelegenheit hatten allerdings die Däninnen, die nur durch ein Foul zu stoppen waren. Dänemark drehte beim anschließenden 4 gegen 4 mehr auf, und so musste Silke Glud nur noch die Kelle zum Ausgleich hinhalten.

Eine weitere deutsche Überzahl in 52. Minute begann mit einer sehr guten deutschen Chance, die restliche Zeit überstanden die Däninnen mit ihrer giftig-galligen Gegenwehr und kamen sogar noch zu einer Gelegenheit. Eine Riesenchance hatte Nicola Eisenschmid in der 56. Minute, scheiterte jedoch an der dänischen Keeperin. Auch die Herausnahme von Franzi Albl in der 59. Minute änderte nichts mehr am Unentschieden nach regulärer Spielzeit, damit stand Dänemark bereits als Turniersieger fest.

Die fünfminütige Overtime brachte noch keine Entscheidung, die erst im Penaltyschießen fiel. Die deutschen Spielerinnen standen auch in dieser sehr schweren Stunde eng an der Bande zusammen. Von den ersten zehn Schüssen verwandelten beide Teams zwei Schüsse. Die Entscheidung fiel im zweiten Durchgang nach Julia Zorns zweiten Treffer von zwei Schüssen.

Einsatz, Kampf- und Teamgeist stimmten. Aber trotz eines starken zweiten Drittels fehlte es im Spiel und Turnier am Ende an Konstanz, zu viele Überzahlgelegenheiten blieben ungenutzt, und auch die Passqualität war verbesserungswürdig. Leider reichte diese Leistung nicht, um sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Den Däninnen ist nach einer starken Turnierleistung zur verdienten Teilnahme zu gratulieren.

14.11.2021 Deutschland – Dänemark 3:2 n. P. (0:0, 2:1, 0:1, 1:0)

Tore:
1:0 (30:24) #23 Tanja Eisenschmid (#8 Julia Zorn, #28 Katarina Jobst-Smith)
2:0 (34:15) #13 Lilli Welcke (#18 Bernadette Karpf, #26 Anne Bartsch)
2:1 (39:18) #7 Marlene Frandsen (#5 Josefine Jakobsen, #21 Michelle Weis)
2:2 (47:58) #4 Silke Glud (#7 Marlene Frandsen, Josephine Asperup)
3:2 (PS) #7 Julia Zorn

Strafminuten:
Deutschland: 2, Dänemark: 10

Bericht: Tim Sinzenich
Foto: Jan Simecek / eishockey-online.com

 

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