Mad Dogs Frauen unterliegen erst nach Penaltyschießen gegen Memminger Favoritinnen

Feb 26, 2022 | Bundesliga

​Mit einem denkbar knappen 3:2 gelingt den ECDC Memmingen Indians Frauen im Penaltyschießen der erste Sieg über Mad Dogs Frauen in der bis zur letzten Sekunde spannenden Eröffnung der Halbfinalserie.

Ging es am vergangenen Wochenende „nur“ um die Konstellation und das Heimrecht und gleich zur Sache, waren beide Teams von Beginn an darauf bedacht keine Fehler zu machen. Entsprechend vorsichtig gestaltete sich das erste Drittel.

Die erste größere Prüfung gab es in der 11. Minute für Mad Dogs-Torhüterin Jessica Ekrt, welche einen Schlagschuss souverän hielt. Als erste Mannheimerin machte Lisa Heinz in der 12. Minute Bekanntschaft mit der Strafbank. Indians-Kapitänin Daria Gleißner hatte mit ihrem Pfostenschuss die beste Gelegenheit des ganzen Drittels.

Kaum war die Strafe abgelaufen, musste Luisa Bottner für Memmingen in die Kühlbox, auch Mannheim konnte seine Überzahlchance nicht nutzen. Bessere Druckphasen gab es im Anschluss auf beiden Seiten, doch das 0:0 hatte zur ersten Pause Bestand.

Im Mittelabschnitt wich das verhaltene Auftreten einem schnelleren Hin und Her. Die erste Strafe dieses Drittels ging zulasten der Gastgeberinnen, und nachdem Memmingens starke Torfrau Emma Schweiger den Puck einen Moment lang nicht unter Kontrolle bringen konnte, nutzte Lola Liang die Gelegenheit und brachte die Gäste eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit in der 25. Minute in Führung.

Immer wieder wurden nun Strafen ausgesprochen, doch sowohl Memmingen als auch die Mad Dogs Frauen überzeugten zunächst weitgehend und ließen nur wenig zu.

Die Mitte des Spiels war noch nicht allzu lange verstrichen, als Charlott Schaffrath und Antje Sabautzki blitzschnell vom Bully weg auf Luisa Bottner passten, die sich sehenswert freispielte und die Scheibe im Mad Dogs-Gehäuse zum 1:1 unterbrachte. Der Ausgleich verschaffte den Gastgeberinnen Auftrieb, das nächste Powerplay ihr bisher stärkstes mit mehreren gefährlichen Chancen, doch das 1:1 hielt.

Und wieder legten die Mannheimerinnen vor, dieses Mal bei Gleichzahl. Emma Schweiger hielt den Puck einige Sekunden fest, doch die Unparteiischen pfiffen nicht ab, so dass sie die Scheibe ihrer Mitspielerin freigab. Deren Pass wurde von Lilli Welcke abgefangen, die für Luisa Welcke vorlegte, welche per präzisem und wuchtigen One-Timer verwandelte (36‘).

Knapp anderthalb Minuten später setzte es die letzte Strafe für Mannheim in diesem Drittel, und dieses Mal nutzte Memmingen erstmals die Überzahl, und die vor Jessica Ekrt lauernde Marina Swikull egalisierte die Mannheimer Führung.

Eine Minute vor der Drittelpause stürmte Lena Kartheininger allein vor Jessica Ekrt, welche die Großchance parieren konnte.

Was Strafzeiten angeht, zogen beide Teams im Schlussdrittel die Handbremse wieder an. Lediglich Ronja Hark setzte für Memmingen in der 43. Minute aus, Lucia Schmitz hatte bei Überzahl eine Großchance.

Mit der Mitte des Drittels begann eine starke und lang andauernde Druckphase der Indians Frauen, die sich immer besser auf frühes Forechecking verstanden und ein ums andere Mal gefährlich wurden. Die Mad Dogs Frauen konnten nur wenige Gegenangriffe fahren, diese waren aber durchaus gefährlich.

Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war es wieder Lena Kartheininger, die einen starken Move zeigte, doch auch diese Gelegenheit konnte abgewehrt werden.

Weiter wie bisher mit 5 gegen 5 ging es nach der Eisbereitung in die Verlängerung, doch wer nun das erste Tor schießen würde, sollte den ersten Sieg holen. Sowohl die Memmingerinnen als auch ihre Gegenüber aus Mannheim schalteten entsprechend in den Fehlervermeidungs-Modus. Die erste gute Chance hatte Mandy Dibowski drei Minuten nach dem Start.

Gleichstand an Strafzeiten und gutes Powerplay von Mannheim sahen die 324 Zuschauenden zur 66. Minute, doch die Nerven aller sollten weiter beansprucht werden.

Zur Drittelhälfte wurde eine Mannheimerin vor dem Tor gefoult, nachdem sie sich freigespielt hatte. In der Überzahl kurz darauf brannte es lichterloh vor Emma Schweigers Gehäuse, doch ihre eng vor dem Tor stehenden Mitspielerinnen entschärften die Situation gemeinsam, wie auch die weiteren Versuche.

Im Gegensatz zum vorherigen Drittel die Chancen in der Overtime ausgeglichen. Lichterloh brannte es auf Mannheimer Seite in der 76. Minute, doch auch hier konnte der Sudden Death abgewehrt werden.

Eine weitere Strafe nahmen die Gastgeberinnen in der 78. Minute. Mannheims Coach Randall Karsten zog seine Auszeit, die Mad Dogs Frauen in der Folge mit einer starken Druckphase, doch die Zeichen standen weiter in Richtung Penaltyschießen.

49,7 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Karstens Memminger Gegenüber Waldemar Dietrich seine Auszeit nahm und seine Equipe mit Druck Richtung Mannheimer Tor zog. Doch es blieb bei der maximal möglichen Spannung mit dem Penaltyschießen. Mit der Schlusssirene musste Lilli Welcke allerdings noch auf die Strafbank und konnte nicht ins Penaltyschießen eingreifen.

Memmingen begann, und Kassandra Roache umtanzte Jessica Ekrt. Laura Lundblad tunnelte im Gegenzug Emma Schweiger. Sonja Weidenfelders Versuch parierte Ekrt wie auch Schweiger den Move von Luisa Welcke. Daria Gleissner konnte Ekrt überwinden, doch nachdem Emma Schweiger Lola Liangs Versuch abwehrte, standen die Siegerinnen fest.

Mehr Spannung wäre kaum möglich gewesen, und mit dieser dürfte auch in den nächsten Begegnungen einer nervenaufreibende Playoff-Serie zu rechnen sein. Schon morgen um 11:45 geht es in Memmingen weiter. Das Spiel kann wieder auf https://www.thefan.fm/memmingen verfolgt werden

ECDC Memmingen Indians Frauen – Mad Dogs Mannheim Frauen 3:2 n. P. (0:0, 2:2, 0:0, 0:0, 1:0)

Tore:
0:1 (24:01) PP1 # 8 Lola Liang (# 23 Lilli Welcke, # 19 Lea Welcke)
1:1 (31:21) # 37 Luisa Bottner (# 12 Antje Sabautzki, # 5 Charlotte Schaffrath)
1:2 (35:29) # 13 Luisa Welcke (# 23 Lilli Welcke)
2:2 (38:10) # 18 Marina Swikull (# 10 Katharina Häckelsmiller)
3:2 (80:00) PS # 20 Daria Gleissner

Strafminuten:
Memmingen 14, Mannheim 12

Bericht: PM ECDC Memmingen Indians Frauen
Foto: Marcel Tschamke Fotografie

 

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