Mannheim gleicht in der Overtime die Serie gegen Memmingen aus

Feb 27, 2022 | Bundesliga

„Kurzer Prozess“ im Vergleich zu gestern, aber nicht minder nervenaufreibend: „Schon“ in der Verlängerung wurde das Halbfinalspiel 2 zwischen den Mad Dogs Frauen und den ECDC Memmingen Indians Frauen heute entschieden. Diesmal mit dem besseren Ende für Mannheim. Spiel 3 und ein viertes Spiel werden somit in Mannheim ausgetragen.

Vorsichtiges Abtasten war gestern: Memmingen startete druckvoll in die Partie, und schon nach 121 Sekunden gelang Antje Sabautzki der erste Treffer im Getümmel vor dem wieder von Jessica Ekrt bewachten Tor. Ihr Gegenpart Emma Schweiger hatte anfangs wenig zu tun, doch bei 04:58 klingelte es auch hinter ihr: Lilli und Luisa Welcke zogen nach vorne, und Lilli schob den abprallenden Puck ins Tor.

Die Mad Dogs Frauen waren im Spiel angekommen, welches ausgeglichener wurde. Katharina Häckelsmiller prüfte Ekrt in der 9. Minute von der Seite, und im Gegenzug Luisa Welcke im Alleingang vor Schweiger, die aber dicht machte. Daria Gleissner brach einmal beinahe durch, doch eine Mannheimer Abwehrspielerin hatte etwas dagegen. In der 19. Minute behielt Laura Lundblad die Übersicht und spielte aus der Verteidigungszone einen genauen Pass auf Lisa Heinz, die Emma Schweiger überwand und das Spiel drehte.

Memmingen versuchte sofort zu antworten und sorgte nicht das erste Mal für reichlich Verkehr vor dem Mannheimer Tor. Mit 1:2 ging es in die Pause, nach einem gegenüber dem Vortag deutlich schnelleren Startdrittel.

Die Mad Dogs Frauen kamen im Vorwärtsgang aus der Kabine und erspielten sich gleich zwei Chancen. Das erste Powerplay der Partie bekamen die Gastgeberinnen zugesprochen und erspielten sich eine gute Gelegenheit. Der Mannheimer Gegenzug aber hochgefährlich, nachdem Brooke Bonsteel nachsetzte und sich den Puck von der Memminger Abwehr eroberte. Beinahe wäre diese Nachlässigkeit von einer weiteren Mannheimer Stürmerin bestraft worden. Kurz vor Ablauf der Strafe musste Memmingen die erste Strafe hinnehmen, ließ aber mit seinem frühen Forechecking die Mad Dogs Frauen kaum in den Aufbau kommen.

Bei Gleichzahl erspielten sich die Indians Frauen in der 28. Minute eine Riesenchance, und es hätte nicht viel gefehlt, und Anna Rose hätte den Puck im Tor untergebracht. Die Memmingerinnen drückten weiter auf den Ausgleich, und nach einer weiteren Chance packte Mariah Hinds einen Gewaltschuss an der blauen Linie aus, der im Netz landete – 2:2-Ausgleich.

Der Druck der Gastgeberinnen hielt an, aber die Mad Dogs Frauen kamen wieder besser ins Spiel. In der 34. Minute scheiterte Pia Clauberg allein vor Schweiger, jetzt war Mannheim am Drücker. Die nächste Großchance hatte aber wieder Memmingen: Sonja Weidenfelders Rückhand landete am Pfosten. Der Hockeygott meinte es aber auch mit Memmingen das ein oder andere Mal gut, zum Beispiel eine Minute vor der zweiten Drittelpause.

Im Schlussabschnitt in der ersten Hälfte mehr Spielanteile und Gelegenheiten für die Gäste, die nach sechseinhalb Minuten in Überzahl gingen und sich einige Chancen erspielten. Memmingen tat es in seiner Überzahl kurz danach den Mannheimerinnen gleich, und Jessica Ekrt und die Mad Dogs-Defensive waren voll gefordert.

Druckphasen gab es auch von Memminger Seite, aber die Mad Dogs Frauen hatten mehr von diesem Drittel. Das 2:2 zu verändern gelang trotz einiger guter Chancen aber nicht, auch nicht im Powerplay in der 54. Minute. Memmingen konnte ein ums andere Mal den Puck aus seiner Zone hinausbefördern.

Auch in der anschließenden Sturm- und Drangphase wollte kein Treffer gelingen, weder Lisa Heinz dreieinhalb noch Laura Lundblad anderthalb Minuten vor dem Ende, als sie Lena Kartheininger beinahe entwischt wäre.

Einmal mehr war Overtime angesagt, nicht nur die strahlende Sonne machte das Eis am Hühnerberg weiter heiß. Viereinhalb Minuten waren gespielt, als Katharina Häckelsmiller die Mannheimer Defensive, nicht aber Jessica Ekrt überwand. Memmingen versuchte die Mad Dogs-Verteidigung in die Zange zu nehmen, doch diese warf sich in fast jeden Schuss, der in Richtung Tor ging.

Die Overtime anschließend wieder offener, und das Spiel wurde ruppiger, dennoch von beiden Seiten weiterhin weitgehend fair geführt. Ab der 73. Minute drehten die Mad Dogs Frauen auf und deckten die Hausherrinnen mit Schüssen ein, doch nun waren es die Memminger Spielerinnen, die einiges wegblockten. Dennoch einige sehr gute Chancen für Mannheim, ob inmitten einer Druckphase oder als Konter.

Jubelschrei nach ihrem Golden Goal: Luisa Welcke

Jubelschrei nach ihrem Golden Goal: Luisa Welcke

Als Memmingen sich im Mannheimer Drittel festzusetzen versuchte, eroberte Lilli Welcke die Scheibe und spielte sie aus der Defensivzone zu ihrer an der blauen Linie lauernden Zwillingsschwester Luisa, die dem Sonnenschein zum Trotz Emma Schweiger eiskalt tunnelte.

Somit können sich die Zuschauenden in Mannheim und am Livestream über mindestens zwei Spiele freuen. Beide werden in Mannheim ausgetragen und können im Livestream unter https://www.eishockey-online.com/index.php/mehr-eishockey/livestream-frauen-eishockey-bundesliga verfolgt werden:

05.03.2022 19:45 Mannheim – Memmingen
06.03.2022 12:30 Mannheim – Memmingen

Memmingen – Mannheim 2:3 n. V. (1:2, 1:0, 0:0, 0:1)

Tore:
1:0 (02:01) # 5 Charlott Schaffrath (# 12 Antje Sabautzki, # 37 Luisa Bottner)
1:1 (04:58) # 23 Lilli Welcke (# 13 Luisa Welcke)
1:2 (18:30) # 11 Lisa Heinz (# 18 Laura Lundblad)
2:2 (29:18) # 4 Mariah Hinds (# 5 Charlott Schaffrath, # 12 Antje Sabautzki)
2:3 (76:52) OT # 13 Luisa Welcke

Strafminuten:
Memmingen 6, Mannheim 4

Bericht: PM Mad Dogs Mannheim Frauen
Fotos: Marcel Tschamke Fotografie

 

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