Schweiz erkämpft sich denkbar knapp gegen Finnland zwei Spiele um eine olympische Medaille

Feb. 14, 2026 | Nationalmannschaft CH

Mit einer engagierten Leistung und wiedergewonnenen Kräften besiegt die Frauen-Nati Finnland nach hartem Kampf und hält den Traum einer langersehnten Medaille auf internationaler Bühne am Leben.

Ausgeglichen ging es ab dem Start munter hin und her, die meisten Offensivbemühungen beider Teams wurden bereits in der Defensive gestoppt. Die achte Minute brachte die erste Überzahl des Spiels, die Frauen-Nati brauchte anderthalb Minuten, ehe sie im Powerplay zwei gefährliche Gelegenheiten erarbeiten konnte. Die vielleicht beste Chance bis dato hatte Finnland nach einem Schweizer Aufbaufehler in der 15. Minute. Die Schweizerinnen blieben aber gut im Spiel und Hin und Her.

Eine sehr große Gelegenheit für Finnland vergab Elisa Holpainen (16.) nach schnellem Vorstoß. Erneut Holopainen in der 18. Minute, aber Keeperin Andrea Brändli fing den Puck. Und Holopainen ein drittes Mal wenige Sekunden vor der ersten Pausensirene. Finnland mit einem doppelt so hohen Schussverhältnis, aber einem 0:0.

Die zweite Schweizer Überzahl in der 22. Minute ermöglichte einen Pfostenschuss von der wieder zurückgekehrten Kapitänin Lara Stalder, und Rahel Enzler zielte am Tor vorbei. Trotz Torlosigkeit ein deutlich verbessertes Powerplay, die Scheibe lief über weite Strecken flüssig. Eine 3-auf-1-Situation bei Gleichzahl konnte Finnland nicht erfolgreich abschließen. Und der finnische Druck wurde stärker, Brändli und Lia Rüedi waren gefordert (28.), und bald darauf konnten die Eisgenossinnen sich aus ihrer Zone befreien und frische Kräfte bringen. Die bislang beste Chance für die Frauen-Nati gab es für Lara Stalder, die sich durchtanken konnte und allein ins Duell mit Sanni Ahola ging, welche mit einem starken Save parieren musste.

Das erste Powerplay der Skandinavierinnen in der 31. Minute, die mit dem aggressiven und selbstbewussten Forechecking der Frauen-Nati ihre Probleme hatten und Alina Martis Scheibeneroberung in ihrem Drittel nur durch eine beherzte Aktion von Ahola entschärfen konnten. Ein strammer finnischer Schuss von der blauen Linie ging am Schweizer Gehäuse vorbei. Die Uhr zeigte 34:17 und man hörte Schweizer Jubel: Nach einer sehenswerten Bully-Variante nahm Alina Müller den Puck auf und zielte durch die Schoner von Ahola ins Netz.

Umgehend erhöhte Finnland den Druck deutlich, ein Powerbreak brachte den Eisgenossinnen eine willkommene Verschnaufpause. Verbissen wurde um jeden Zentimeter gekämpft, denn die Frauen-Nati hielt beherzt dagegen. Finnlands auffälligste Spielerin weiterhin Holopainen, sowohl durch weitere Schüsse aufs Tor als auch ihre temporeichen Vorstöße.

Das letzte Drittel begann nicht wie das zweite mit finnischer Dominanz endete, sondern erinnerte an das muntere Hin und Her des ersten Abschnitts. Lichterloh brannte es nach knapp dreieinhalb Minuten, doch mit vollem Einsatz von Andrea Brändli und ihren Mitspielerinnen konnte der Ausgleich noch gerade so abgewehrt werden. Die Großchance verlieh den Blauen deutlichen Auftrieb, doch die Frauen-Nati hielt mit defensiver Disziplin dagegen. So auch in der 49. Minute, als erneut Teamwork in großer Not gefragt war.

Michele Karvinen versuchte es zweimal in kurzem Abstand hintereinander (52, 53.) doch Brändli war zur Stelle.

Die zweite Überzahl für Finnland in der 55. Minute, die Frauen-Nati machte es den Skandinavierinnen aber weiterhin zu schwer. Als wären die Nerven auf beiden Seiten nicht strapaziert genug, setzte es noch eine Strafe gegen die Schweiz. Zunächst eine Auszeit, Finnland zog Ahola und mit 6-gegen-4. Bullygewinn für die Schweiz, Müller verfehlte das verwaiste finnische Gehäuse. Die Freude über die Überzahl währte für die Finninnen nur 43 Sekunden, dann setzte es auch für sie eine Strafe. Finnland zog bei der nächsten Gelegenheit wieder Ahola, und Brändli war erneut gefordert. Die Schweizerinnen spielten immer wieder die Scheibe raus, und zogen den Finninnen den Stecker. Großer Jubel und Freude in den Gesichtern der Schweizerinnen, welche sicher gerne ihren Reiseetat nun bis zum Maximum strapazieren werden.

Wie im letzten Spiel der Hauptrunde war Finnland das stärkere Team, was sich auch in 40:14 Torschüssen zeigte. Doch das einzige Tor fiel für die Eisgenossinnen, welche sich mit ihrem überaus engagierten Spiel und über weite Strecken diszipliniertem Auftreten den Sieg dennoch verdient haben. Nun darf kurz gefeiert werden – und weiter geträumt!

14.02.2026 Finnland – Schweiz 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)

Tore:
0:1 (34:17) #25 Alina Müller (#21 Rahel Enzler, #7 Lara Stalder)

Strafminuten:
Finnland 6, Schweiz 6

Bericht: Tim Sinzenich
Foto (Archivbild WM 14.04.2025): Tim Sinzenich

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