Deutschland verliert spät und hoch gegen Turniersieger Schweiz

Dez 19, 2021 | Nationalteam

Lange konnte die deutsche Auswahl mit guter Defensivarbeit das Spiel gegen eine starke Schweizer Equipe offenhalten, ehe sie im letzten Drittel mehrere Gegentore kassieren musste.

Die Schweiz legte los wie die Feuerwehr und schnürte die Deutschen im eigenen Drittel ein. Nach etwa fünf Minuten gestaltete sich die Partie offener. In der 10. Minute leisteten die Gäste sich einen zu lässigen Pass im Verteidigungsdrittel, den die Schweiz gleich mit einem starken Schuss und Rebound-Versuch zu bestrafen versuchte. Doch Jenny Harss parierte souverän und war der starke Rückhalt, an dem sich die offensivstarke Frauen-Nati lange die Zähne ausbiss. Deutschland kam besser und besser in die Partie und erspielte sich ebenfalls Chancen.

In der 16. Minute nahm Lisa Heinz auf der Strafbank Platz, und Harss musste einige Weltklasseparaden aufbieten. Nach gut einer Minute rot-weißer Überzahl aber musste auch sie sich geschlagen geben: Evelina Raselli trug sich in die Torschützinnen-Liste ein.

Tolle Leistung auf beiden Seiten, Freude und Enttäuschung aber unterschiedlich verteilt

Tolle Leistung auf beiden Seiten, Freude und Enttäuschung aber unterschiedlich verteilt

 

Deutschlands Qualität zeigte sich in einem starken Schlagschuss als Antwort mit Endstation Saskia Maurer. In der 19. Minute die zweite Strafe gegen die Gäste, diesmal traf es Tabea Botthof. Die Schweizerinnen entsandten teilweise gleich zwei Stürmerinnen in die Box, doch das 1:0 hatte bis zur Pausensirene Bestand.

Das zweite Drittel kannte fast nur eine Richtung: das deutsche Tor. Doch obwohl die Frauen-Nati drückte, ein weiteres Powerplay bekam und Jenny Harss anschließend einige Zeit ohne Schläger abwehren musste, gelang es nicht, die Führung auszubauen.

In der 33. Minute tauschten Jenny Harss und Lilly Uhrmann Bank und Tor. Die Gastgeberinnen weiterhin am Drücker, doch Deutschland stemmte sich erfolgreich gegen den Druck und die lange Bank. Und kam zum Beispiel in der 36. Minute zu einer guten Chance, die Saskia Maurer forderte.

Die ersten Minuten des Schlussdrittels zeigten die wohl stärkste deutsche Phase, als die Schweiz in die eigene Zone gedrängt und engagiert nachgesetzt wurde. Doch wie aus dem Nichts setzten Laura Zimmermann und Alina Müller dieser Phase mit einem Doppelschlag ein jähes Ende. Ein bitterer Moment für Deutschland. Freude kam dafür in der 54. Minute auf, als Luisa Welcke lauerte und nach einem gelupften Pass der eisgenössischen Defensive davonlief und Saskia Maurer tunnelte.

Den einzigen deutschen Treffer erzielte Luisa Welcke

Den einzigen deutschen Treffer erzielte Luisa Welcke

Für Deutschland kam es aber noch dicker. Keine Minute später lupfte Kaleigh Quennec die Scheibe ins Tor, und Rahel Enzler (58.) und Sinja Leemann (60.) schraubten auf den 6:1-Endstand hoch.

Die Schweiz gewinnt das Heimturnier und hat gezeigt, dass sie den richtigen Weg Richtung Olympia eingeschlagen hat. Besonders beeindruckend war das starke Comebck gegen Schweden. Bitter für Deutschland ist sicherlich die Höhe der Niederlage, denn das Team von Tom Schädler zeigte eine bessere Leistung als gegen Schweden. Und das Spiel derart lange mit vielen jungen Spielerinnen gegen eine Frauen-Nati in Bestbesetzung offen gehalten zu haben, verdient großen Respekt. Am Ende wurden die Beine wohl etwas schwer. Für die eingesprungenen Spielerinnen bot die Partie aber sicher viele wertvolle Erfahrungen, die sie auf dem weiteren Weg mitnehmen können. Den Organisatoren in der Basler St. Jakob-Arena ist für eine gute Turnierausrichtung zu danken.

Schweiz – Deutschland 6:1 (1:0, 0:0, 5:1), 19.12.2021

Tore:
1:0 PP1 (16:12) # 14 Evelina Raselli (# 23 Nicole Bullo)
2:0 (45:37) # 15 Laura Zimmermann (# 18 Stefanie Wetli)
3:0 (45:57) # 25 Alina Müller
3:1 (53:58) # 29 Luisa Welcke
4:1 (54:35) # 8 Kaleigh Quennec
5:1 (57:40) # 21 Rahel Enzler (# 12 Lisa Rüedi, # 15 Laura Zimmermann)
6:1 (59:12) # 22 Sinja Leemann (# 25 Alina Müller)

Strafminuten:
Schweiz 4, Deutschland 8

Bericht & Fotos: Tim Sinzenich

 

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