Internationale Expertise hautnah: Spannende Einblicke in das IIHF Women’s Goaltending Camp

Juni 25, 2026 | Nachwuchs

Intensive Tage für die Zukunft des Frauen-Eishockeys

Vom 12. bis 18. Juni 2026 war Budapest Schauplatz des IIHF Women’s Goaltending Camp. Auf Einladung des Eishockey-Weltverbandes IIHF kamen vielversprechende Nachwuchs-Torhüterinnen und verantwortliche Torwarttrainer aus zahlreichen Nationen zusammen, um gemeinsam zu trainieren, voneinander zu lernen und internationale Erfahrungen zu sammeln. Mit dabei waren auch die beiden deutschen Torhüterinnen Ella Meints und Milena Butzyk sowie DEB-Bundestorwarttrainer Entwicklung und Koordination Sebastian Vogl. Untergebracht war die gesamte Delegation auf der Margareteninsel, einer grünen Oase im Herzen der ungarischen Hauptstadt. Sebastian Vogl gab uns nach seiner Rückkehr Einblicke rund um das Camp.

Training auf und neben dem Eis

Die Spielerinnen erwartete ein anspruchsvolles Programm. Täglich standen zwei Eiseinheiten sowie zwei Athletikeinheiten auf dem Plan. Parallel dazu erhielten die mitgereisten Torwarttrainer umfangreiche Fortbildungen. Für die Trainer bot sich dadurch die Gelegenheit, neue Trainingsmethoden, Übungsformen und Coaching-Ansätze kennenzulernen. „Wir konnten als Torwarttrainer unglaublich viel mitnehmen – neue Übungen, neue Herangehensweisen, verschiedene Blickwinkel über Videoanalysen, On-Ice-Training, Off-Ice-Training und auch den Umgang mit den Persönlichkeiten hinter den Athletinnen“, resümiert Vogl.

Austausch über Ländergrenzen hinweg

Neben den praktischen Einheiten spielte auch die Weiterbildung eine zentrale Rolle. Während die Torhüterinnen eigene Besprechungen und Analysen erhielten, tauschten sich die Trainer in separaten Meetings über Scouting, Leistungsbewertung und moderne Coaching-Methoden aus. „Der Austausch mit den anderen Torwarttrainern war für mich wahrscheinlich das Wertvollste. Jeder bringt einen anderen Hintergrund und andere Erfahrungen mit. Davon profitiert man enorm.“

Deutsche Nachwuchstalente vertreten

Für Deutschland nahmen die Torhüterinnen Milena Butzyk (Jahrgang 2009/ EV Füssen) und Ella Meints (Jahrgang 2010/ HC Landsberg) teil. Die Auswahl erfolgte durch die Torwarttrainer und -trainerinnen der Frauen-Nationalmannschaften des DEB. Während Butzyk bereits zum Kreis der U18-Nationalmannschaft gehört, rückt Meints als jüngerer Jahrgang gerade in den Fokus des Nachwuchsbereichs.

Teambuilding und gemeinsames Erleben

Auch abseits des Eises sorgte die IIHF für ein abwechslungsreiches Programm. Bei einem gemeinsamen Escape-Room-Event wurden die Teilnehmerinnen und Coaches in gemischte Gruppen eingeteilt und mussten gemeinsam Aufgaben lösen. Anschließend klang der Abend bei einem gemeinsamen Essen aus. Darüber hinaus bot die Margareteninsel zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung – von Spaziergängen über verschiedene Sportangebote bis hin zu einem Pool. „Man konnte zwischen den Trainingseinheiten und Meetings wirklich abschalten, spazieren gehen oder Sport machen. Es gab viele Möglichkeiten, sich auch außerhalb des Eishockeys kennenzulernen und zu networken.“, so Vogl.

Ein Camp mit nachhaltigem Mehrwert

Für Sebastian Vogl war die Teilnahme in mehrfacher Hinsicht eine bereichernde Erfahrung. Zum einen sammelte er wertvolle Eindrücke in der Arbeit mit Torhüterinnen, zum anderen profitierte er vom internationalen Netzwerk und den zahlreichen fachlichen Impulsen. Besonders deutlich wurde für ihn, dass erfolgreiches Coaching weniger vom Geschlecht der Athletinnen und Athleten abhängt als von deren individuellen Voraussetzungen. „Ich habe festgestellt, dass es eigentlich kaum Unterschiede im Coaching gibt. Entscheidend sind immer die einzelnen Persönlichkeiten, die körperlichen Voraussetzungen und individuelle Stärken. Die Spielerinnen haben hervorragend gearbeitet und ich kann mir sehr gut vorstellen, Aufgaben dieser Art auch in Zukunft wieder zu übernehmen.“ So bleibt das IIHF Women’s Goaltending Camp 2026 für die deutschen Teilnehmerinnen und Trainer nicht nur als intensive Trainingswoche in Erinnerung, sondern vor allem als wertvolle internationale Erfahrung mit nachhaltigem Mehrwert. Trainer und Trainerinnen aus rund 15 Nationen nutzten die gemeinsame Woche, um Erfahrungen auszutauschen, Trainingsmethoden zu diskutieren und voneinander zu lernen. „Jeder hat eine andere Denkweise und eine andere Herangehensweise. Wir saßen oft noch spätabends zusammen und haben auf der Coaching-Tafel Übungen aufgezeichnet und diskutiert. Das war für mich unglaublich hilfreich.“

Frauen-Eishockey weltweit stärken

Dass die IIHF mit dem Women’s Goaltending Camp nicht nur einzelne Talente fördern möchte, sondern die Entwicklung des Frauen-Eishockeys insgesamt im Blick hat, wurde während der Veranstaltung deutlich. Die Camps sollen dazu beitragen, Wissen über Ländergrenzen hinweg zu teilen und die Leistungsdichte international zu erhöhen. „Der Hintergrund ist, dass die IIHF alle Nationen besser machen möchte. Es soll nicht nur eine kleine Elite von zwei oder drei Nationen geben, sondern ein insgesamt stärkeres und ausgeglicheneres Teilnehmerfeld im Frauen-Eishockey.“ Entsprechend positiv fällt auch das Gesamtfazit von Vogl aus. „Es war ein absoluter Gewinn. Wenn sich noch einmal die Gelegenheit ergibt, würde ich sofort wieder teilnehmen.“

Bericht: PM DEB
Foto: DEB

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