„So wollen wir Hockey spielen“: Deutschland angriffslustig und mit Spaß Richtung WM, DEB-Vorstandsboss Lutz spricht über CAS-Beschluss

Nov. 1, 2026 | Bundesliga

Angeführt von einer überragenden Dreierpackerin Luisa Welcke feiern die DEB-Frauen einen Einstand nach Maß in der WM-Vorbereitung. „Wir haben vielleicht ein bisschen langsam angefangen. Aber das ist auch ganz normal. Wir sind nach so einer langen Zeit wieder zusammengekommen, hatten ein paar Tage Training, die ganz gut waren, auf hohem Niveau. Dann freue ich mich, dass wir hier in Bremerhaven einen schönen Auftritt gemacht haben, vor den Fans“, freut sich Torhüterin Sandra Abstreiter. Das Turnier selbst, in der Gruppe mit den USA, Österreich, Tschechien und der Schweiz, gehen die DEB-Frauen optimistisch an. Kapitänin Daria Gleißner: „Ich traue uns alles zu. Wir müssen auf jeden Fall sehr, sehr gut reinstarten. Es wird nicht einfach mit dem neuen Modus. Aber wir wissen, dass wir von Spiel zu Spiel unser Bestes geben müssen.“ Der neue Modus sieht vor, dass in beiden Gruppen gleichmäßig verteilte Teams basierend auf der aktuellen Weltrangliste spielen. Was drin ist? „Auf jeden Fall das Viertelfinale und dann schauen wir, dass wir weiter als letztes Mal kommen.“ 

Daria Gleißner, Kapitänin Deutschland, über ihr erstes Spiel nach längerer Verletzungspause: „Sehr gut! Schöne Momente, schöne Erinnerungen, die wir hier sammeln durften. Ich bin happy, wieder mit der Mannschaft auf dem Eis zu stehen und glücklich über den Sieg.“

…ob der Sieg in Bremerhaven besonderer ist, weil die Olympiaqualifikation dort klargemacht wurde: „Auf jeden Fall! Wir sind mit einer positiven Stimmung hierhergekommen, mit den Fans, man sieht es mit der Welle. Vielen Dank an Bremerhaven, dass sie uns das Vorbereitungsspiel möglich gemacht haben. Jetzt fahren wir morgen nach Dänemark. Dann geht’s weiter.“

…über den deutlichen Sieg gegen Japan: „Unser Fokus war, dass wir in der Defensive gut stehen. Das haben wir sehr gut gemacht. Natürlich war es ein bisschen unglücklich mit dem Gegentor. Aber Sandra [Abstreiter, deutsche Torhüterin, Anm. d. Red.] hat auch einen super Job gemacht. Wir wissen, wir müssen gegen die Topteams auch defensiv gut spielen. Das ist uns heute gelungen.“

…ob die 5 Tore Schwung für Dänemark geben: „Definitiv! Im 1. Drittel haben wir dreimal noch die Latte getroffen. Wir wollen offensiv einfach stark spielen, solide stehen. Das ist unser Ziel, so wollen wir Hockey spielen, mit viel Energie unsere Chancen nutzen. Dann bin ich positiv, dass es für uns gut wird.“

…was bei der Weltmeisterschaft für Deutschland drin ist: „Ich traue uns alles zu. Wir müssen auf jeden Fall sehr, sehr gut reinstarten. Es wird nicht einfach mit dem neuen Modus. Aber wir wissen, dass wir von Spiel zu Spiel unser Bestes geben müssen. Auf jeden Fall das Viertelfinale und dann schauen wir, dass wir weiter als letztes Mal kommen.“

Sandra Abstreiter, Torhüterin Deutschland: „Wir haben vielleicht ein bisschen langsam angefangen. Aber das ist auch ganz normal. Wir sind nach so einer langen Zeit wieder zusammengekommen, hatten ein paar Tage Training, die ganz gut waren, auf hohem Niveau. Dann freue ich mich, dass wir hier in Bremerhaven einen schönen Auftritt gemacht haben, vor den Fans. Dann können wir so weiterfahren.“

…was bei der Weltmeisterschaft für Deutschland möglich ist: „Auf jeden Fall wollen wir uns bestmöglich in der Vorrunde platzieren. Der Modus ist super für uns. Natürlich wird es eine harte Vorrunde. Wir haben ein paar schwerere Gegner mit dabei. Aber das wollen wir auch. Wir wollen uns auch mit ihnen messen. Dann werden wir uns bestmöglich platzieren, ist im Viertelfinale wieder alles möglich. Dann ist das Ziel, einmal den einen Schritt weiterzugehen, aus dem Viertelfinale, eventuell ins Halbfinale.“

Eishockey live bei MagentaSport

Eishockey-WM der Frauen

Samstag, 07.11.2026
ab 18.45 Uhr: Deutschland – Österreich

Sonntag, 08.11.2026
ab 14.45 Uhr: USA – Deutschland

Dienstag, 10.11.2026
ab 14.45 Uhr: Tschechien – Deutschland

Mittwoch, 11.11.2026
ab 14.45 Uhr: Deutschland – Schweiz

Freitag, 13.11.2026
ab 10.45 Uhr: Abstiegsrelegation (nur bei deutscher Beteiligung)
ab 14.45 Uhr: Viertelfinale (nur bei deutscher Beteiligung)
ab 18.45 Uhr: Viertelfinale (nur bei deutscher Beteiligung)

Sonntag, 15.11.2026
ab 14.45 Uhr: Halbfinale (nur bei deutscher Beteiligung)
ab 18.45 Uhr: Halbfinale (nur bei deutscher Beteiligung)

Montag, 16.11.2026
ab 14.45 Uhr: Spiel um Platz 3 (nur bei deutscher Beteiligung)
ab 18.45 Uhr: Finale

Am Freitag bestätigte der internationale Sportgerichtshof CAS die Wiederzulassung russischer Nationalmannschaften für internationale Eishockeywettbewerbe für die Saison 2026/27 und revidierte dadurch einen entsprechenden Beschluss des IIHF Council. Eine Entscheidung, die, bestätigte DEB-Vorstandsvorsitzender Frank H. Lutz, aufseiten des Deutschen Eishockeybunds im Interview mit MagentaSport, „mit Enttäuschung zunächst einmal“ entgegengenommen wurde. „Wir hatten uns etwas anderes erhofft. Da machen wir auch gar keinen Hehl draus. Die Überraschung war allerdings nicht ganz so groß. Um das Ganze in den Kontext zu setzen: Seit März dieses Jahres wussten wir, dass Russland alles in Bewegung setzen würde, um wieder aufgenommen zu werden. Es gab, wie in der Presse bekannt wurde, eine Anhörung des Disziplinarausschusses der IIHF, parallel zur Weltmeisterschaft in Zürich im Mai, wo ich auch als Zeuge mit auftrat. Danach hat der Disziplinarausschuss das ans Council zurücküberwiesen. Das Council hat dann nochmal entschieden, dass Russland nicht dran teilnehmen darf. Dann wussten wir Ende Juni/Anfang Juli, dass Russland vor den CAS ziehen wird. Die Verhandlung beim CAS war bekanntermaßen vergangenen Montag. Ich musste am vergangenen Freitag als Zeuge auftreten. Im Rahmen der Verhandlung und im Rahmen der Nachfragen, die von den Richtern kamen, konnten wir schon abschätzen, dass das möglicherweise nicht in die Richtung gehen würde, die wir uns vorgestellt haben.“

Im Moment liegt der Puck, bestätigte Lutz, vorrangig bei der IIHF, zu entscheiden, wie die nächsten Schritte aussehen – auch im Hinblick auf die Heim-WM kommendes Jahr: „Wir sind nur Ausrichter. Wir sind nicht der Veranstalter. Die IIHF ist der Veranstalter. Das ist auch der Grund, warum wir an dem Gerichtsverfahren keine Beteiligten waren. Wir waren keine Partei. Die Parteien waren Russland und die IIHF. Wir müssen uns zunächst mal darauf verlassen, beziehungsweise abwarten, wie die IIHF in den nächsten Tagen entscheidet, was das für unsere Weltmeisterschaft bedeutet, um dann auch Plan B oder C entwickeln zu können.“

WM-Boykotte will Lutz nicht ausschließen: „Es besteht natürlich auch die Gefahr, dass Länder sagen, wir können unter diesen Umständen nicht an dem Turnier teilnehmen. Ich hoffe es natürlich nicht. Aber es gab schon Indikationen in der Vergangenheit. Wir haben in Lettland eine Situation, wo es per Gesetz verboten ist, gegen russische Teams anzutreten. Auch das müsste man sich dann anschauen, was das für ein Turnier wie die Weltmeisterschaft bedeuten würde. Ich hoffe wirklich nicht, dass es zu einem Boykott führen wird, weil das keinem nutzt, insbesondere nicht den Sportlern. Aber völlig auszuschließen ist das natürlich nicht.“

Auch den absoluten Worst Case, das Gastgeber-Recht zurückzugeben, hält sich Lutz offen, wenngleich nur als Notlösung: „Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Ich möchte auch nicht die Weltmeisterschaft infrage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB auch mit der Option befassen, dass wir diese Weltmeisterschaft zurückgeben. Denn in ein wirtschaftliches Risiko, das wir nicht mehr stemmen können, können wir uns auch nicht begeben. Ich glaube, dass wir eine Lösung finden werden. Da bin ich sehr, sehr optimistisch. Aber natürlich ist das auch etwas, was man von uns verantwortungsvollerweise erwarten darf.“

Bericht: PM MagentaSport (gekürzt)
Foto: MagentaSport

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